Battenberg: Investitionen in Technik geplant

Ohne Personalsorgen in die Freibadsaison

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Marco Friedmann (l.) ist einer von drei neuen Angestellten im Battenberger Schwimmbad. Gemeinsam mit dem leitenden Schwimmmeister Dirk Dornseif und Bürgermeister Christian Klein (v.l.) zeigt er die neue Anlage zur Kraft-Wärme-Kopplung.Foto: Mark Adel

Battenberg - Die Mitarbeiter des Hallen- und Freibads in Battenberg wollen künftig verstärkt mit Kollegen umliegender Bäder zusammenarbeiten. Dadurch sollen Personalengpässe vermieden werden. In Battenberg gibt es neben Schwimmmeister Dirk Dornseif mit Nikolaus Kühler, Marco Friedmann und Lisa Grebing gleich drei neue Gesichter.

Mit fehlendem Personal in den drei Schwimmbädern haben Bürgermeister Christian Klein und sein Vorgänger Heinfried Horsel seit Mai 2013 leidvolle Erfahrungen gemacht: Gleich zwei Schwimmmeister waren langfristig erkrankt. Vor allem im Sommer führte das zu Engpässen, wenn neben dem Battenberger auch das Dodenauer Freibad geöffnet ist.

„Wir mussten viele Tage mit Aushilfen überbrücken“, sagt Christian Klein. Hinzu kamen viele Überstunden. „Dirk Dornseif ist häufiger mal auch an freien Tagen von Rengershausen nach Battenberg oder Dodenau gefahren“, erklärt der Bürgermeister und betont: „Wir standen vorigen Sommer kurz vor der Schließung.

Dornseif ist der einzige verbliebene Schwimmmeister des über viele Jahre bekannten Teams. Neu dabei ist Marco Friedmann, der schon einige Male ausgeholfen hat. Er wohnt in Dodenau und soll sich dort auch federführend um das kleine Freibad kümmern. Er ist Rettungsschwimmer und soll in einigen Jahren die Prüfung zum Fachangestellten Bäderbetriebe absolvieren.

Auch Nikolas Kühler ist neu im Team der Schwimmeister. Mit Lisa Grebing ist in Battenberg erstmals eine Auszubildende beschäftigt. Auch sie will Fachangestellte für Bäderbetriebe werden und ist im dritten Lehrjahr.

„Wir haben uns für die Einstellung eines Lehrlings entschieden, weil es zu wenige Fachangestellte gibt“, sagt Klein - und verweist wieder auf die Personalengpässe der vergangenen beiden Sommer. „In allen Schwimmbädern funktioniert es so lange gut, bis etwas passiert, also beispielsweise Mitarbeiter erkranken. Das Problem haben nicht nur wir.“

Deshalb streben er und die Schwimmmeister den Austausch mit anderen Schwimmbadbetreibern an. „Das ist bislang vernachlässigt worden, war aber auch noch nicht nötig“, erklärt der Bürgermeister. Dabei profitiere die Stadt auch davon, dass das Schwimmbad inzwischen der EWF gehört. Ausschlaggebend dafür waren zwar steuerliche Gründe. Klein kann sich aber vorstellen, dass weitere Synergien genutzt werden können, denn der heimische Energieversorger besitzt noch weitere Bäder im Kreis.

Der Bürgermeister findet, dass der Beruf des Schwimmmeisters noch mehr bekannt gemacht werden müsste, weil auch in diesem Beruf die Fachkräfte rar werden. „Der Bademeister sitzt ja nicht nur da und guckt den Schwimmern zu“, sagt er. Zum Beruf des Fachangestellten für Bäderbetriebe gehöre noch viel mehr, es sei eine abwechslungsreiche Aufgabe. So seien die technischen Anlagen eines Schwimmbads anspruchsvoll. „Eine Imagekampagne wäre sinnvoll, da ist der Bäderverband gefordert“, bestätigt Dirk Dornseif. Einer ungetrübten Freibadsaison bei hoffentlich gutem Wetter sollte nichts mehr im Wege stehen. „In Dodenau stehen einige kleinere Arbeiten an, aber das sind nur geringe Investitionen“, berichtet der Bürgermeister. Es gehe vor allem um Arbeitsschutz. An dem Freibad waren im vergangenen Jahr viele Arbeiten erledigt werden, unter Mithilfe von vielen Dodenauern.

Deutlich kostenintensiver dürfte die Erneuerung der Technik im Hallenbad werden. Das Gebäude ist zwar in den vergangenen Jahren umfassend energetisch saniert worden, die technische Anlage ist aber schon 40 Jahre alt. Zumindest die Filter müssten erneuert werden, möglicherweise sei aber noch eine umfassendere Sanierung notwendig, erklärt Christian Klein. Die Kosten könnten dabei durchaus im sechsstelligen Bereich liegen.

Der Bürgermeister sieht dabei allerdings auch das Land in der Pflicht, die Stadt zu unterstützen. „Eine solche Investition kann nicht allein Aufgabe der Kommune sein.“ Schließlich würde Schwimmbad unter anderem von zahlreichen Schülern genutzt, viele Kinder lernen dort schwimmen.

Die hessischen Masters-Meisterschaften finden schon zum dritten Mal in Battenberg statt. „Auch das unterstreicht die Bedeutung unseres Schwimmbads, denn für Wettkampf-Veranstaltungen gibt es in Hessen nicht viele geeignete Bäder“, sagt Klein.

Von Mark Adel

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