Oldie-Night mit Diskjockey Harry im Geismarer Utopia

Geismar/Bottendorf. Wer Ende der 1960er-Jahre in die Geismarer Diskothek Utopia gegangen ist, der erinnert sich sicherlich auch an ihn: Harry Duki, den Typen am Mischpult, der Platten von den Beatles, den Stones oder Deep Purple aufgelegt hat und immer einen Spruch auf den Lippen hatte.

„Geöffnet war jeden Abend außer Montag. Und Sonntag war ab 14 Uhr Kinderdisco“, erzählt der mittlerweile 63-Jährige. Um 19 Uhr sei aufgemacht worden und um ein oder zwei Uhr sei Sperrstunde gewesen. „Dann war Schluss. So krass wie heute – das gab es damals nicht“, betont der Bottendorfer, der aus der ehemaligen DDR stammt und in Battenberg aufgewachsen ist.

„Früher gab es in Geismar eine Glastanzdiele mit Musikbox und einem bisschen Licht“, erinnert sich Harry Duki. Die damaligen Betreiber Günther und Edith Breitbarth seien dann auf die Idee gekommen, eine Diskothek mit dem Namen Utopia 2000 zu eröffnen.

Er habe sich damals spontan bereiterklärt, dort als Diskjockey zu arbeiten. „Aus Spaß an der Freude“, wie er sagt. Rechts und links sei ein Plattenspieler gewesen und dazwischen ein bisschen Platz für ein Mischpult. „Hinter mir standen die Kästen mit Singles von A bis Z. Wir hatten ungefähr 30 oder 40 Scheiben und sind ab und zu nach Kassel in einen Plattenladen gefahren, um neue zu kaufen“, erinnert sich Harry Duki. „Das war eine ganz andere Zeit. Heute kann man alles im Internet runter laden.“

Auch die Technik von damals sei mit der heutigen überhaupt nicht zu vergleichen. „Wir mussten früher noch richtig arbeiten: Erst die Platte raussuchen und dann den Tonträger genau auf den richtigen Titel platzieren. Das war manchmal gar nicht so einfach.“

Die Musik von heute ist ihm „viel zu sauber“. Duki: „Das Kratzen und Knacken fehlt mir.“ DJ Harry hat damals nicht nur Wünsche der Gäste erfüllt, er hatte auch das richtige Gespür für die Musikauswahl: „Ein verkehrtes Lied – und die Tanzfläche war leer“, erinnert er sich.

Von Susanna Battefeld

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Quelle: HNA

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