Frankenberg

Oldtimer rollen durch Region

- Frankenberg (mba). 125 Jahre nachdem Carl Benz das Automobil erfunden hat, verwandelte sich der Landkreis Wal­deck-Frankenberg für zwei Tage in ein „rollendes Museum“ für historische Personenkraftwagen.

Frankenberg/Allendorf/Battenberg/Rosenthal. Eine Karawane von 149 betagten Karossen zog am Wochenende bei der „ADAC Opel Classic“ vom Upland durch das Edertal und den Kellerwald – zur großen Freude der noch wesentlich zahlreicheren Oldtimerfans, die sich an der Strecke postiert hatten, um die alten Schätzchen im Vorbeifahren zu bestaunen.

Fast die gesamte Geschichte des Automobils zog in Form der verschiedenen Modelle an ihnen vorbei: Vom Adler Tourer mit 12 PS aus dem Jahr 1910 über mächtige Straßenkreuzer aus den 1920er- und 1930er-Jahren, rasante Sportwagen aus den 50er- und 60er-Jahren bis zu den sogenannten „Youngtimern“, die gerade mal 20 oder 30 Jahre auf dem Buckel haben – aber bereits Kultstatus genießen. Am Samstag machten die Oldtimer auch an mehreren Stationen im Altkreis Frankenberg halt.

„Herzlich willkommen in Allendorf, ich heiße Maurice Miklitsch“ – so wurden die Oldtimer-Fahrer am Samstagvormittag am Brunnenplatz in Allendorf begrüßt. Der elfjährige Streckenposten Maurice kontrollierte das Stempelbuch der Fahrer, erklärte ihnen, wo die nächste Tankstelle ist und wie die weitere Strecke verläuft. „Ich mache das heute zum zweiten Mal. Es macht großen Spaß“, sagte er. „Gestern war ich schon in Willingen an der Sprungschanze.“ Die Fahrer seien alle sehr sympathisch, viele hätten ihm Süßigkeiten geschenkt: „Ich habe richtig abgeräumt“, freute er sich.

Sein Traumauto ist der Ford Mustang von 1965 – zwei Exemplare waren im Teilnehmerfeld. „Ich mag amerikanische Muscle Cars“, sagte er. Am Mustang reize ihn besonders der starke Motor und die eckige Karosserie. „Der ist perfekt zum Rumcruisen“, findet Maurice. Er durfte auch schon einmal in einem Mustang mitfahren.

Maurice ist selbst Rennfahrer und startet im Jugend-Kart-Slalom. Seit fünf Jahren fährt er Kart. In Kassel hat er schon mal ein Rennen gewonnen, erzählte er. Doch Rennfahrer sei keineswegs sein Berufswunsch: „Ich will Friseur werden.“ Auf die Frage, ob nicht seine Frisur unter dem Sturzhelm leide, antwortete er gelassen: „Nein, mit Haarwachs Stufe sechs geht die nicht kaputt.“

An der nächsten Station, beim Autohaus Biebighäuser in Battenberg, stand Herbert Lein, sah sich die alten Karossen an und erinnerte sich an seine früheren Wagen. Der 76-Jährige ist seit den 1950er-Jahren überzeugter Opelfahrer: „1954 hat mein Vater einen Opel Olympia Rekord Caravan gekauft, das war das erste Auto, das ich gefahren bin.“ Den alten Opel hätte er heute gern wieder.

Lein hatte bereits mit 17 den Führerschein gemacht. Da er noch nicht volljährig war, durfte er anfangs maximal 50 Kilometer im Umkreis um seinen Wohnort Battenberg fahren – so stand es in der Fahrerlaubnis. „Aber wer wusste schon, wie weit 50 Kilometer sind?“, sagte er augenzwinkernd. 1954 habe man noch jeden Autobesitzer in Battenberg gekannt, so wenige gab es damals.

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