Projekt "Kinder machen Zirkus"

Manege frei: Kinder schnuppern Zirkusluft an der Ortenbergschule

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Stella Hilberküte (links) und Mathilde Clapeyron am Vertikaltuch.

Frankenberg. Turnen am Trapez, laufen auf dem Hochseil oder balancieren auf einer Kugel: In der Schnupperwoche beim pädagogischen Zirkus "Dobbelino" konnten Kinder ihre Stärken in der Manege entdecken.

„Jetzt lauft ihr alle noch mal über das Seil, aber rückwärts“, erklärt Jonas Adamek den Kindern der Grundschule Haina, die in der Schlange vor dem Hochseil stehen. Ein bisschen erschrocken schauen die Schüler von Adamek zum Seil. Schließlich trauen sich doch alle an seiner Hand hinüber. „Es ist schon schwierig, aber es macht auch viel Spaß“, sagt die achtjährige Niara Christ, als sie es geschafft hat.

Jean-Pierre Becker (links) vom Frankenberger Jugendhaus hilft dem Nachwuchsartisten Noah Noll über das Drahtseil.

Knapp die Hälfte der 30 Kinder üben das Seillaufen im Zirkuszelt, das in der Turnhalle der Frankenberger Ortenbergschule steht. Die anderen haben sich auf die Stationen Tellerdrehen, Kugellaufen und Vertikaltuch verteilt. Statt des alltäglichen Schulzirkus dürfen die Kinder heute durch eine richtige Manege tollen: Der pädagogische Zirkus Dobbelino ist in dieser Woche in Frankenberg zu Gast.

In den Schnupperkursen können Schüler zwischen acht und 13 Jahren nicht nur akrobatische Kunststücke einüben: „Die Kinder lernen auch, sich selbst besser einzuschätzen und ihre Ängste zu überwinden“, erzählt Klassenlehrerin Kathrin Bachmann. Seit mehreren Jahren nimmt die Grundschule Haina schon an dem Projekt des Kreisjugendbildungswerks und des Jugendhauses Frankenberg teil.

Auch Klassenlehrerin Kathrin Bachmann durfte ihr Können beim Tellerdrehen zeigen.

In diesem Jahr sind neben der Ortenbergschule auch die Kegelbergschule und die Friedrich-Trost-Schule aus Frankenberg, die Paul-Zimmermann-Schule aus Korbach sowie die Grundschule Röddenau mit dabei. Insgesamt mehr als 400 Mädchen und Jungen, sowohl mit als auch ohne Behinderung, können so erste Zirkuserfahrungen sammeln.

„Hier findet jeder etwas, was ihm liegt. Es ist ein Miteinander und kein Gegeneinander – das ist das Entscheidende an der Zirkuspädagogik“, sagt Zirkusdirektor Roman von Dobbeler. „Die Kinder müssen heutzutage immer früher erwachsen werden, da kommt das Spielen oft zu kurz“, findet er.

Wer beim Schnupperkurs sein artistisches Talent entdeckt hat, kann in der Woche vor den Sommerferien am eigentlichen Zirkusprojekt teilnehmen. Vom 11. bis zum 16. Juni studieren die Kinder mit Roman von Dobbeler und seinem Team je zwei Zirkusnummern ein, die sie im großen Zirkuszelt vor bis zu 400 Zuschauern aufführen dürfen. Die Teilnahmekosten betragen 125 Euro pro Kind. Bis zu 90 Kinder können teilnehmen. Anmelden kann man sein Kind beim Landkreis unter 05631/954492.

Quelle: HNA

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