Verhandlung gegen Polizeibeamten

Ortstermin fällt aus, weil Angeklagter fehlt

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Bei dem Ortstermin sollte bei Dunkelheit geklärt werden, welche Sichtverhältnisse zum Zeitpunkt der Tat herrschten. Weil der Angeklagte fehlte, muss ein neuer Termin gesucht werden.Foto: Adel

Frankenberg-Röddenau - Ein Ortstermin bei Dunkelheit sollte die Sachlage erhellen: Was konnten die Zeugen an jenem Abend im Oktober 2012 sehen, als ein Polizeibeamter mit einem Schlagstock auf einen Jugendlichen eingeschlagen haben soll?

Zum vereinbarten Zeitpunkt am Dienstagabend erschienen Anwohner, die als Zeugen geladen waren, und der Polizist, der mit dem Angeklagten damals im Einsatz war. Auch Richterin, Verteidiger, Staatsanwaltschaft und Vertreter der Nebenklage waren vor Ort in der Mühlenstraße - einzig der Angeklagte fehlte.

Weil ohne den 34-Jährigen Beamten die Verhandlung nicht beginnen darf, beendete Richterin Andrea Hülshorst den Ortstermin ohne Ergebnis. Es soll ein neuer Termin anberaumt werden, die Sitzung wird aber fürs erste am Freitag im Amtsgericht fortgesetzt.

Der Angeklagte hatte über seinen Anwalt am ersten Prozesstag erklären lassen, er habe einen Abwehrschlag mit dem Handballen ausgeführt, nachdem der Jugendliche ihn angegriffen hatte. Der Kollege des Mannes sprach von einem Faustschlag, bestätigte aber, dass kein Schlagstock verwendet worden sei. Das angebliche Opfer hatte jedoch angegeben, der Beamte habe einen Schlagstock benutzt. Der damals 16-jährige Jugendliche und einige Freude hatten damals am Röddenauer Kreisel Baustellenschilder auf die Straße geworfen. Als die Polizisten die Gruppe in Röddenau stellte, flüchteten mehrere. Der damals 16-Jährige wurde gestellt und sollte abgetastet werden.

Dabei suchte auch er das Weite, wurde aber nach wenigen Metern von dem Angeklagten eingeholt. Dann soll es zu einer Rangelei und den Schlägen gekommen sein. (da)

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