Frankenberg

Ostermarschierer fordern in Frankenberg Abzug des Militärs aus Afghanistan

- Frankenberg (-sg-). Für den Abzug der Bundeswehr demonstrierten am Samstag etwa 50 Teilnehmer vor dem Rathaus und an der Burgwald-Kaserne. Dazu aufgerufen hatte das Waldeck-Frankenberger „Aktionsbündnis Ostermarsch“.

Die Teilnehmer versammelten sich am Rathaus-Kump auf dem Obermarkt, wo vor wenigen Wochen Rekruten der Bundeswehr feierlich ihr Gelöbnis abgelegt hatten. Frankenberg hatten die Organisatoren auch deshalb ausgesucht, weil Kontingente aus der Burgwald-Kaserne seit 2002 in Afghanistan eingesetzt sind. In einer Auseinandersetzung, die sich nach Überzeugung der Teilnehmer militärisch nicht lösen lässt. „Krieg erzeugt Leid, Hass, Verwüstung. Dafür: Versöhnung, Achtung, Respekt,“ hieß es auf einem der Transparente..

Pfarrer Gerhard Lueg aus Bad Arolsen erinnerte daran, dass die Ostermärsche 1960 begonnen hätten, damals waren rund 1200 Friedensbewegte zum Truppenübungsplatz Bergen-Hohne gezogen, um gegen die Bewaffnung der Bundeswehr mit Atomwaffen zu protestieren. Das Problem der Atomwaffen sei noch nicht erledigt, aber zum 50. Jahrestag der Märsche richte sich der Blick auf Afghanistan, wo schon seit neun Jahren gekämpft werde. Er forderte den Abzug der Truppen, um Feindschaften nicht weiter zu vertiefen. „Das Mittel zum Frieden ist der Dialog“, rief er. Und die Gelder des Militäreinsatzes seien bei zivilen Organisationen „besser aufgehoben“.

„Mit Betroffenheit haben wir von den Todesopfern in Kundus gehört,“ sagte der Mitorganisator des Ostermarsches, Uwe Lutz-Scholten aus Flechtdorf. In Afghanistan werde „auch in unserem Namen gekämpft und getötet“, sagte er und fügte hinzu: „Aber dieser Krieg findet nicht in meinem Namen statt.“ Alle hätten gelernt, dass ein „friedliches Miteinander nur mit Verständigung und Versöhnung erreichbar“ sei. Deshalb müsse die Friedensbewegung wieder merkbar ihre Stimme erheben und „mutige Schritte gehen“.

Frank Becker aus Goddelsheim sorgte mit seiner Gitarre für den musikalischen Rahmen. So stimmte er die Ostermarsch-Hymne an, er spielte Klassiker der Friedensbewegung wie „Das weiche Wasser höhlt den Stein“ von den „Bots“, Lieder von Hannes Wader oder die amerikanische Bürgerrechts-Hymne „We shall overcome“.

Mit ihren Transparenten und Fahnen zogen die Demonstranten durch die Fußgängerzone und die Marburger Straße bis ans Tor der Burgwald-Kaserne wo sie eine „Mahnwache“ abhielten. Der Ostermarsch richte sich „nicht gegen die Soldatinnen und Soldaten und ihre Offiziere“ hob Pfarrer Lueg hervor. Sie seien „Opfer“ des Krieges, „und sie kommen aus unseren Familien“.

Jürgen Süß ausFrankenbergforderte, auch in Afghanistan müssten „Schwerter zu Pflugscharen“ werden. Zum Schluss der durchweg friedlichen Kundgebung stimmte Frank Becker das Anti-Kriegslied „Sag mir, wo die Blumen sind“ an.

Mehr in der Osterdienstag-Ausgabe der WLZ-FZ.

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