Frankenberg: Literarischer Besuch in der Schirn und im Korb der Drehleiter

Osterstimmung rund um das Rathaus

Frankenberg - Mit der Drehleiter der Feuerwehr in luftige Höhen und danach auf dem Wochenmarkt der Landfrauen bunte Ostereier und regionale Produkte einkaufen – dieses Vergnügen hatten gestern nicht nur Einheimische, sondern auch Akteure des „Literarischen Frühlings“.

Ostern rückt näher – und das war am Samstag auch in der Frankenberger Altstadt spürbar. Die Arbeitsgemeinschaft „Veranstaltungen“ im Verein „Lebendige Altstadt“ hatte wieder alle interessierten Kinder (und so manchen Erwachsenen) eingeladen, beim Schmücken des Osterbaums auf dem Marktplatz zu helfen. Viele bunte Ostereier schmücken die große Birke. Damit die Dekoration gleichmäßig verteilt werden konnte, rückte auch in diesem Jahr wieder die Frankenberger Feuerwehr mit der Drehleiter an. Im Korb des Fahrzeuges ging es hoch hinaus und hinein in die Krone der Birke, wo Kinder und Erwachsene die zuvor erstandenen Ostereier aufhängten – allerdings pustete der stürmische Wind am Vormittag so manches Ei wieder hinunter. Von dieser Aktion profitieren in jedem Jahr nicht nur die Kinder, die zu einer kostenlosen und spannenden Fahrt im Korb der Feuerwehr-Drehleiter kommen, sondern auch die Stadt samt Gästen. Denn die Einnahmen des Eierverkaufs sind für die Einrichtung eines kulturhistorischen Lehrpfades durch die Altstadt vorgesehen.Zu den „Fahrgästen“ der Feuerwehr gehörten in diesem Jahr aber auch zwei Prominente: Eva Gritzmann und der aus der Fernsehsendung „Druckfrisch“ bekannte Literaturkritiker Denis Scheck nahmen die Gelegenheit wahr und ließen sich von der Feuerwehr meterhoch über den Frankenberger Boden heben. Wieder unten angekommen, besuchten die beiden, die am Abend zuvor eine Lesung im Hotel „Sonne“ gehalten hatten, den Wochenmarkt der Landfrauen in der Rathausschirn. Dort befragten sie die Marktbeschicker zu ihren Produkten und erfuhren im Gespräch unter anderem, das Christa Müllers erste Marmelade für den Wochenmarkt Heidelbeermarmelade war und dass Ute Saalfrank vom Basitenberghof am liebsten den Käse mit Bockshornklee mag. Im Gespräch mit Marianne Schüler stellten sie die „Gretchenfrage“ in Sachen „Ahle Worscht“: Geräuchert oder luftgetrocknet? Sie habe beide im Angebot, sagte Schüler schmunzelnd, aber die geräucherte sei gefragter. Außerdem berichtete die Dainroder Landfrau, dass der Frankenberger Wochenmarkt in der Schirn schon als schönster in Europa ausgezeichnet wurde und dort nur Direktvermarkter verkaufen dürfen.Beim Blick auf die verschiedenen Wurstsorten schlossen Gritzmann und Scheck an ihr Thema vom Vorabend (siehe Seite 17) an: Welche Vorlieben haben Mann und Frau beim Fleisch? Marianne Schüler berichtete amüsiert, dass Frauen fast immer rote Wurst kaufen, während Männer öfter zur frischen Blut- und Leberwurst greifen. Sie sieht den Grund dafür in der Optik: In der roten Wurst sei der Speck einfach besser versteckt, so dass sie magerer aussehe. (apa)

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