Landkreis wird Partner des Landes

Neu im Kreis: Schulen können Betreuung auch in Ferien anbieten

Waldeck-Frankenberg. Der Kreis ändert zum 1. August seine Richtlinien für Betreuungsangebote an Grund- und Förderschulen: Er nimmt den hessischen „Pakt für den Nachmittag“ auf.

Land und Kreis werden dadurch Partner. Gegen die Stimmen der Grünen und der Linken beschloss der Kreistag die Neufassung. Neu ist neben garantierten Betreuungszeiten, dass Schulen über den „Pakt“ eine Betreuung in den Ferien anbieten können. Sie soll „schulspezifisch und am jeweiligen Bedarf orientiert“ organisiert werden. 

Neuerung für Eltern: Melden sie ihr Kind zur Betreuung an, haben sie im laufenden Schuljahr „nur mit wichtigem Grund“ ein Kündigungsrecht. Auch weiterhin fallen Elternbeiträge an – derzeit sind es monatlich 36 Euro fürs erste und 27 Euro fürs zweite Kind, weitere Kinder sind frei. 

Über die „Entgeldordnung“ entscheidet nach der geänderten Satzung aber nicht mehr der Kreistag, sondern der Kreisausschuss. Der könne flexibler reagieren, argumentiert Landrat Dr. Reinhard Kubat. Mit dem „Pakt“ übernähmen das Land und der Kreis als Schulträger „gemeinsam Verantwortung für ein integriertes und passgenaues Bildungs- und Betreuungsangebot“, erklärt Dr, Kubat.

Ziel sei, zu mehr Bildungsgerechtigkeit und zu einer individuelleren Förderung der Schüler zu kommen. Außerdem trage der „Pakt“ für die Eltern zu einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei. SPD und Linke standen ihm bisher skeptisch gegenüber. Wenn Schulen am „Pakt“ teilnehmen, lösen dessen weiter gefassten Leistungen die bisherigen Angebote ab. 

Das Land zahlt jeder Schule pauschal 5100 Euro und stellt je nach Schulkonzept zusätzliche Lehrerstellen zur Verfügung. Der Kreis zahlt in diesem Schuljahr für alle 41 Schulen knapp 210.000 Euro. Da diese Summen und die Elternbeiträge nicht ausreichen, müssen auch die Standortgemeinden Kosten tragen.

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © dpa

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