Anlage bei Dodenau geplant

Parlament befürwortet Windkraft-Pläne

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Gut sichtbar wären die rund 200 Meter hohen Windräder von Dodenau aus.Montage: Krug-Energie

Battenberg - Bei Dodenau sollen vier Windräder gebaut werden. Das Stadtparlament hat in einer Sondersitzung den Plänen der Firma Krug zugestimmt. Das Gelände bei den Außengehöften soll als Vorrangfläche ausgewiesen werden. Bis zur Verwirklichung des Projekts muss aber klar sein, dass der Lebensraum seltener Tiere durch die Windräder nicht belastet wird.

Das Stadtparlament befasste sich in einer Sondersitzung am Dienstagabend mit dem Standort für Windräder. Sie war nötig, weil die Zustimmung der Stadt Battenberg bis gestern beim Regierungspräsidium vorliegen musste: Am Donnerstag wird im Haupt- und Planungsausschuss der Regionalversammlung über die Flächen beraten.

Gegen den Willen der Stadt würde das Gebiet nicht als Vorrangfläche ausgewiesen werden. Die vier Anlagen sollen je 2400 Kilowatt liefern. Das würde rechnerisch ausreichen, um etwa 2200 Haushalte pro Jahr und Anlage mit Strom zu versorgen. Die Entscheidung des Parlaments fiel einstimmig.

Die Firma Krug Energie hatte das Projekt bereits in einer Bürgerversammlung in Dodenau vorgestellt. Dort wurden keine grundlegenden Bedenken laut – auch weil das Dorf praktisch nicht beeinträchtigt wäre: Die Anlagen stehen in etwa fünf Kilometern Entfernung an der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen. Es handelt sich um eine knapp 53,87 Hektar große Fläche in der Nähe der Außengehöfte Burghelle, Rudolfsgraben und Hof Binsenbach.

Am ehesten betroffen sind die Bewohner der Außengehöfte – zwei hatten den Info-Abend besucht und keine Bedenken gegen den Bau geäußert. Lediglich an den Anblick der Anlagen müssten sich die Dodenauer gewöhnen, denn die 200 Meter hohen Anlagen sind vom Dorf aus zu sehen. Aus diesem Grund habe sich ein Mitglied des Ortsbeirats bei der Abstimmung enthalten, während der Rest das Projekt befürworte, berichtete der Dodenauer Ortsvorsteher Wolfgang Stein.

Jens-Ulrich Schmidt forderte, die Bevölkerung an den Anlagen zu beteiligen, „um eine nachhaltige Akzeptanz zu bekommen“. Auch eine Beteiligung der Stadt solle geprüft werden. „Wir werden versuchen, einen Fuß in die Tür zu kriegen“, entgegnete Bürgermeister Christian Klein. Die Firma Krug hatte angekündigt, der Stadt Battenberg pro Windrad 100.000 Euro zu zahlen. Eine Bürgerbeteiligung über eine Genossenschaft ist bislang nicht vorgesehen. Allerdings will Krug ein Sparbriefkontingent in Höhe von einer Million Euro auflegen. Bürger in Dodenau und Elsoff sollen dafür ein 14-tägiges Vorkaufsrecht erhalten. Die Laufzeit beträgt fünf Jahre.

Neben Energie aus Wind und Sonne solle auch über den Bau eines Biomasse-Kraftwerks nachgedacht werden. „Wir brauchen einen ausgeglichenen Energiemix“, sagte Schmidt. Bevor die Firma Krug die Windräder baut, sind eine Reihe von Untersuchungen notwendig. Es muss sichergestellt sein, dass seltene Waldbewohner wie Rotmilan oder Schwarzstorch nicht beeinträchtigt werden. Für das Gutachten beobachten Experten ein Jahr lang die Natur im Bereich der geplanten Windanlagen.

Naturschützer hatten bislang keine Bedenken geäußert. Die Flächen befinden sich im Vogelschutzgebiet und sind außerdem nach FFH-Richtlinien geschützt. Dennoch gilt es als realistisch, dass die Regionalversammlung die Flächen als Windvorranggebiet ausweist. Das Risiko und die Kosten für die Untersuchungen trägt die Firma Krug.

Nach Auskunft von Bürgermeister Christian Klein wird auch über den Bau von Windrädern bei Frohnhausen nachgedacht. Es sei aber unklar, welcher Investor dort interessiert ist, eine Anfrage an das Regierungspräsidium sei noch nicht beantwortet worden. Offizielle Informationen habe die Stadt nicht. (da)

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