Sanierung

Parlament beschließt "große Variante" für Umbau des Gemündener Bürgerhauses

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Das Bürgerhaus in Gemünden kann modernisiert werden – hier der Haupteingang. Das Parlament stimmte der großen 2,3-Millionen-Euro-Variante mehrheitlich zu. Vorangegangen war eine intensive Diskussion. 

Das Gemündener Bürgerhaus kann saniert werden. Für die Modernisierung des 40 Jahre alten Gebäudes machte die Stadtverordnetenversammlung mit großer Mehrheit den Weg für die so genannte große Variante frei.

Abstimmungsergebnis am Mittwochabend: 17 Ja-Stimmen, 2 Nein-Stimmen. Die vorangegangene Diskussion wurde von den Fraktionen kontrovers, aber respektvoll vor der Meinung anderer Mandatsträger geführt.

Rund 2,3 Millionen Euro wird die Sanierung kosten. Dafür erwartet Gemünden auch Zuschüsse aus dem Projekt „Soziale Stadt“. Je nach Verlauf der weiteren Planung inklusive Ausschreibungen wird mit einem Sanierungsbeginn in diesem September/Oktober gerechnet. Bis zur Fertigstellung ist Geduld gefragt: Stand jetzt könnte die Bauzeit zwei Jahre dauern.

Dass es in der Planung noch zu Detailänderungen kommen kann, ist durchaus möglich. Denn quer durch die Fraktionen wurde zum Beispiel die vorgesehene Flachdach-Variante kritisch betrachtet. Daher wurde im Beschluss aufgenommen, dass das Verfahren im Bauausschuss mit dem Architekten nochmal erörtert wird.

In der Parlamentssitzung im Bürgerhaus stand außer Frage, dass dieses Gebäude saniert werden muss. Die kleine Variante für 250 000 Euro, salopp auch „Pinsel-Variante“ genannt, fand kaum Freunde. Darüber gab es auch keine Abstimmung mehr.

Bauchschmerzen hatten manche Mandatsträger, weil sich die Stadt für die große Variante wohl mit weiteren rund 800 000 Euro verschulden muss. Armin Körbs von der CDU-Fraktion beispielsweise drückte seine Verärgerung aus, dass „quasi durch die Auflagen des Förderprogramms zwangsweise kommunale Investitionen in die Höhe getrieben werden. Dass uns von außen eine Verschuldung aufgedrückt wird“.

Die Vorsitzende seiner Fraktion, Katharina Tils, wies darauf hin, dass „es auch bei uns unterschiedliche Sichtweisen gibt. Daher ist bei uns das jeweilige Abstimmungsverhalten jedem selbst überlassen“. Sie betonte, aus ihrer Sicht sei das Förderprogramm mit 70-prozentiger Unterstützung „die letzte Chance, das Bürgerhaus für viele Jahre instandzusetzen“.

Ins selbe Horn stieß Wilfried Golde (SPD). Auch er fühle sich bei einer Verschuldung nicht wohl. Aber: „Damit schaffen wir der Stadt Gemünden einen hohen Vermögenswert. Wir entscheiden uns jetzt auch für die künftigen Generationen, damit auch sie ein modernes Bürgerhaus nutzen können. Schließlich wollen wir ja auch neue Einwohner für unsere Kommune gewinnen.“

Für die Bürgerliste Gemünden bezeichnete Fraktionsvorsitzender Hans-Hermann Faust die große Bürgerhaus-Sanierung als „Riesenprojekt“. Ähnlich sah es sein Fraktionskollege Manfred Fackiner. Allerdings bezeichnete auch er die Umgestaltung des kompletten Daches zum Flachdach „als kritisch“.

Vor der Abstimmung über die Sanierungs-Varianten wollte die CDU noch erreichen, die wahlberechtigten Bürger nach ihrer Meinung zu einer 2,3-Millionen-Sanierung zu befragen. Dies wurde aber mit 11:8-Stimmen vom Parlament abgelehnt.

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