Burgwald

Parlament stimmt Anbau an Gemeindeverwaltung zu

- Burgwald (rou).Der Fertighaushersteller FingerHaus errichtet im nächsten Jahr ein Muster-Verwaltungsgebäude als Anbau an die bestehende Burgwalder Gemeindeverwaltung. Die Gemeinde zahlt eine Miete dafür.

„Als eine absolut saubere und beispielhafte Methode ohne den Hauch eines jeglichen Zweifels“ hat laut Bürgermeister Lothar Koch die Kommunalaufsicht beim Landkreis die Pläne der Gemeinde Burgwald bewertet, vom Frankenberger Fertighaushersteller FingerHaus ein Musterverwaltungsgebäude als Anbau an die bestehende Gemeindeverwaltung in Burgwald errichten zu lassen. Bei einer Gegenstimme aus dem Lager der Bürgerliste aus Ernsthausen stimmten die Kommunalpolitiker den notariell ausgearbeiteten Verträgen zu.

Das Unternehmen mit Wurzeln in Bottendorf übernimmt zunächst die Kosten in Höhe von 215 000 Euro für den Anbau, die Gemeinde zahlt 20 Jahre lang monatlich eine Miete. Danach geht der Anbau auf dem Gelände der Gemeinde in den Besitz der Kommune über. Sollte sich die finanzielle Situation der Gemeinde in der Zwischenzeit erheblich verbessern, könnte der Anbau auch vorab abgelöst werden, informierte Bürgermeister Lothar Koch die Gemeindevertreter in der Sitzung am Mittwoch im Burgwalder Dorfgemeinschaftshaus. Als weitere Gegenleistung gestattet die Gemeinde dem Traditionsunternehmen, Interessenten für einen solchen Verwaltungsbau durch das neue Gebäude führen zu dürfen; analog zu den Musterhäusern, die FingerHaus deutschlandweit unterhält.

Koch erläuterte den Gemeindevertretern, dass die Gemeinde durch den Erbpachtvertrag ohne Belastungen für den defizitären Haushalt zu einem Erweiterungsbau komme. Durch personelle Veränderungen in der Verwaltung und durch die Einstellung eines Auszubildenden und eines Jahrespraktikanten spare die Gemeinde so viel Geld, dass sie sich die monatliche Miete leisten könne. „Die Lösung ist kostenneutral, der Schuldenstand wird nicht in die Höhe getrieben“, erklärte Koch. Auf zwei Jahrzehnte gesehen zahle die Gemeinde dem Bauherrn FingerHaus auch nicht mehr Geld, als wenn sie den Anbau in Eigenregie über einen Kredit zu marktüblichen Zinsen finanzieren würde.

Der neue Anbau soll sich, mit Blickrichtung auf den derzeitigen Eingang in die Gemeindeverwaltung, rechts an den Altbau anschließen – in Richtung Dorfgemeinschaftshaus. Geplant ist ein eingeschossiger Neubau mit einer Grundfläche von 13 mal 11,35 Metern und einer Flachdachkonstruktion mit leichter Neigung. Inklusive der Bodenplatte sowie der Ausstattung mit Lichtsystemen, Türen und behördentypischen Strom- und Datenleitungen kostet der Neubau 215 000 Euro. Die Gemeindevertreter stimmten auch einem Antrag der SPD-Fraktion zu, auf dem Dach des Altbaus und des Neubaus eine Fotovoltaikanlage zu errichten. Ab dem zehnten bis zwölften Betriebsjahr werfe die Anlage Gewinne ab, informierte der Bürgermeister. In den Jahren 2023 bis 2031 sei durch die Erstattungen aus den Einspeisevergütunen mit einem Gewinn in Höhe von fast 50 000 Euro zu rechnen.

Im August hatte Lothar Koch dem Gemeindevorstand sowie den Fraktionsvorsitzenden dieses von ihm erarbeitete Modell vorgestellt. In der Zwischenzeit habe ein Bemusterungstermin bei FingerHaus stattgefunden, den Ergebnissen und den Kosten habe der Ältestenrat Mitte November zugestimmt. In dem Anbau soll das von Koch bereits in seinem Bürgermeisterwahlkampf zugesagte Bürgerbüro eingerichtet werden. Den Gemeindevertretern skizzierte Koch auch das neue Raumkonzept, das Umzüge der einzelnen Fachabteilungen vorsieht.

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