Gemeinde Burgwald und Burgwald-Kaserne wollen Verbundenheit nach außen verdeutlichen

Patenschaft besteht längst schon inoffiziell

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Beim dreitägigen Grenzgang der Gemeinde Burgwald Anfang September wanderte jeden Tag eine Abordnung der Burgwaldkaserne mit und kam in Gespräche mit den Bürgern und Bürgermeister Lothar Koch.Archivfoto: Patricia Kutsch

Burgwald - Die Gemeinde Burgwald möchte die Patenschaft für eine Kompanie der Burgwaldkaserne übernehmen. Die enge Verbindung zwischen den Bürgern und den Soldaten zeigte sich schon beim Grenzgang der Gemeinde.

Als es um den Erhalt der Kaserne ging, haben Bürgermeister Lothar Koch und Vertreter der Burgwalder Lokalpolitik sich persönlich für den Standort eingesetzt. Beim Grenzgang der Gemeinde waren die Soldaten jeden Tag dabei und sind mit den Bürgern gewandert, haben abends gemeinsam gefeiert und das Gespräch gesucht. Bundeswehrangehörige bereichern laut Koch zudem das Vereinsleben der Gemeinde und engagieren sich in verschiedenen politischen Gremien.

Verbindung mit Leben füllen

Der Bürgermeister will diese Freundschaft zur Kaserne nach außen hin dokumentieren. Im Parlament stellte er Freitagabend zur Abstimmung, eine Patenschaft für eine Kompanie zu übernehmen. Die Gemeindevertreter sprachen sich während der Parlamentssitzung, zu der Oberstleutnant Elmar Henschen die Politiker in das Kasino der Kaserne eingeladen hatte, einstimmig für den Vorschlag aus. „Die Kameradschaft zwischen den Bürgern und den Soldaten schreit geradezu nach einer Patenschaft“, sagte der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Heinz Klem. „Außerdem trägt die Kaserne den Namen unserer Gemeinde“, ergänzte Koch.

Die Patenschaft wird allerdings erst im nächsten Frühjahr offiziell ins Leben gerufen. Henschen, der Kommandeur des Bataillons für elektronische Kampfführung (EloKa), berichtete vor der Abstimmung, dass die vierte Kompanie das „Patenkind“ der Gemeinde werden möchte. Von April bis September 2013 laufe innerhalb der Kaserne allerdings eine Umstrukturierung: Sieben Kompanien werden auf fünf reduziert. Die vierte werde daher die zweite Kompanie. Zudem gehe die zukünftige Patenkompanie Anfang des Jahres in den Einsatz nach Afghanistan. „Mit der hoffentlich vollständigen Rückkehr der Soldaten im Mai können wir dann die Patenschaft offiziell feiern“, schlug Henschen vor.

„Die Patenschaft ist ein Signal in die Truppe und die Bevölkerung, dass zwischen die Gemeinde und die Kaserne kein Blatt passt“, sagt Henschen. Zudem sei es eine Möglichkeit, die sicherheitspolitischen Interessen in der Zivilbevölkerung zu diskutieren und zu erläutern. Durch eine Patenschaft entstünden auch leichter Kontakte zwischen Soldaten und Bürgern. „Früher war die Wehrpflicht das Bindeglied, doch das ist weggefallen“, erinnert Henschen. Die Patenschaft sei eine Alternative, um eine symbolische Brücke zur zivilen Bevölkerung zu bauen. Entscheidend sei es jedoch, diese Patenschaften mit Leben zu füllen. „Wie wir das machen, liegt an uns“, sagte der Oberstleutnant. Gemeinsame Feste, sportliche Turniere und gegenseitige Besuche seien Möglichkeiten - die Ideen sprudeln noch.

Henschen erklärte, dass die Bundeswehr nur mit Kommunen und ausländischen Truppenverbänden Patenschaften eingehen könne, nicht aber mit Firmen oder Vereinen. Die Gemeinde Vöhl hat bereits seit Jahren eine Patenschaft für die dritte Kompanie des EloKa-Bataillons. Der Vöhler Bürgermeister Harald Plünnecke ist immer vor Ort, wenn die dritte Kompanie in den Auslandseinsatz verabschiedet wird.

Von Patricia Kutschund Andrea Pauly

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