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Patient verpennte Rückkehr in Klinik

Haina-Kloster. Ein psychisch kranker Straftäter ist nicht rechtzeitig aus dem Entlassungsurlaub zurückgekommen, ein anderer hat in diesem Urlaub seine Mutter besucht, ohne dies vorher anzumelden. Beides gilt bereits als Entweichung aus der Klinik für forensische Psychiatrie. Straftaten haben die beiden Patienten nicht begangen, berichtete die stellvertretende ärztliche Leiterin Dr. Silke Kielisch den Mitgliedern des Forensikbeirates.

Im etwa halbjährigen Rhythmus informiert die Klinik das Gremium, das als Bindeglied zur Öffentlichkeit fungiert, von den Entwicklungen im Maßregelvollzug in Haina und der Außenstelle in Gießen. Bei den beiden jüngsten Entweichungen habe keinerlei Gefahr für die Öffentlichkeit bestanden. Der eine Patient habe Beruhigungsmittel genommen und die rechtzeitig Rückkehr in die offene Station verschlafen. Der andere Patient hätte seinen Besuch bei der Mutter vorher anmelden müssen. Er hätte genehmigt werden können, sagte Kielisch.

Im Mittelpunkt der Sitzung des Forensikbeirates, der sich vor einem halben Jahr neu konstituiert hatte, standen generelle Informationen über die Klinik, die wie vier weiterer Einrichtungen zur gemeinnützigen GmbH Vitos Haina, Tochter des Landeswohlfahrtsverbandes gehören. In allen fünf Bereichen zusammen sind zirka 940 Menschen beschäftigt, berichtete Geschäftsführer Ralf Schulz.

40 Millionen Euro pro Jahr

2011 betrug der Jahresumsatz rund 68 Millionen Euro. Mit knapp 40 Millionen Euro entfiel der größte Brocken auf die Forensik. In Haina hat die Klinik 238 Betten, in Gießen 187. Im Jahr 2011 waren durchschnittlich 379 Betten belegt. Die durchschnittliche Verweildauer betrug 1017 Tage, informierte Schulz.

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Von Martina Biedenbach

Quelle: HNA

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