Konrad Schullerus tritt am 1. Juni die Stelle als Seelsorger für Bottendorf und Willersdorf an

Ein Pfarrer aus Draculas Heimat

Burgwald-Bottendorf - Der Nachfolger von Pfarrer Reinhold Schott steht fest. Der 40-jährige Konrad Schullerus kommt mit seiner Ehefrau und den beiden Söhnen Konrad und Kilian in den Burgwald. Er kennt die Region: Sein Vikariat absolvierte er in Vöhl.

Mit seiner Frau und den beiden Söhnen Konrad (5 Jahre) und Kilian (3 Jahre) zieht Konrad Schullerus nach Bottendorf ins Pfarrhaus. Die Stelle ist zum 1. Juni ausgeschrieben.

Der 40-Jährige stammt aus Siebenbürgen – seine Heimatstadt ist die Graf Draculas, wie er schmunzelnd erzählt. Dort war auch sein Vater schon Pfarrer. Seit Januar 2011 ist Konrad Schullerus Pfarrer in Singlis/Lendorf bei Borken, zuvor war er drei Jahre in der Betreuung für Studierende in Marburg tätig. In Singlis/Lendorf hatte er eine halbe Pfarrstelle und jeweils eine Viertelstelle in der Altenheim-Seelsorge und als Betreuer für Freiwilligendienste. Zudem hat er das „Evangelische Forum Schwalm-Eder“ mit aufgebaut, ein Projekt für kirchliche Erwachsenenbildung „in der Fläche“, also nicht ortsgebunden.

Vikariat in Vöhl geleistet

Sein zweijähriges Vikariat hat er in Vöhl absolviert. „Das hat mir die Entscheidung sehr erleichtert“, sagt er über seine Bewerbung für die Pfarrstelle in Bottendorf/Willersdorf. Als Vikar besuchte er damals die Gemeinde von Reinhold Schott – sie ist ihm im Gedächtnis geblieben: „Was ich damals gesehen habe, hat mir sehr gefallen“, erinnert er sich.

Die Kirchengemeinde Bottendorf/Willersdorf sei ausgesprochen reich und interessant. Besonders der Posaunenchor sei „unglaublich gut“, etwas Vergleichbares habe er nicht einmal in der Stadt Marburg gefunden. Welche Schwerpunkte er in seiner neuen Gemeinde setzen werde, stehe aber noch nicht fest: Zunächst einmal wolle er herausfinden: „Was will Bottendorf und was kann Bottendorf?“ Die Erwachsenenbildung, die bis dato einen Teil seiner Arbeit ausmachte, sei zwar ein wichtiges Thema, aber nicht das erste, was er dort angehen werde. Neben Gottesdienst und Predigt sieht er seine bisherigen Schwerpunkte vor allem in der musikalischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Eine Verknüpfung könne da der Kindergarten darstellen. Er selbst spielt Querflöte, außerdem Gitarre, Akkordeon und Klavier „für den Hausgebrauch“, wie er einschränkt. „Ich bin kein Eric Clapton oder Reinhard Mey“, fügt er hinzu. Die Musik spielt für ihn dennoch eine wichtige Rolle: Er könne alles, was er höre, musikalisch umsetzen, aber auch Melodien schreiben.

Dass sein Vorgänger große Fußstapfen hinterlassen habe, habe Vor- und Nachteile. Ein Vorteil sei, dass ein Pfarrer nach 21 Jahren in einer Gemeinde eine gut funktionierende Basis habe – engagierte Mitstreiter, die sich auskennen. Deren Bedeutung sei nicht zu unterschätzen. Dass es ein „Gefälle“ zwischen Schott und ihm geben werde, sei selbstverständlich, nicht nur, weil er eine andere Persönlichkeit habe. Sein Vorgänger habe die Gemeindeglieder über eine lange Zeit und an entscheidenden Punkten ihres Lebens begleitet. „Ich hoffe, dass auch wir zusammenwachsen, aber das wird Zeit brauchen“, zeigt er sich realistisch.

Von Andrea Pauly

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