Abschied aus Löhlbach

Pfarrer Renz wechselt nach Bremen

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Imke und Sebastian Renz mit den Kindern Mathilda und Julius ziehen im Herbst nach Bremen: Der Löhlbacher Pfarrer hat dort eine Stelle an einer der beiden größten Innenstadtkirchen angenommen, allerdings nicht ohne Bedauern, Löhlbach so schnell wieder zu verlassen.

Haina-Löhlbach - Nach zweieinhalb Jahren verlässt Dr. Sebastian Renz mit seiner Familie das Löhlbacher Pfarrhaus. Damit sind zwei Stellen in der Kirchengemeinde "Hohes Lohr" vakant: Auch in Haina gibt es derzeit keinen festen Pfarrer.

Die Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen, sagt Dr. Sebastian Renz. Seit Juli habe ihm das Angebot der Bremischen Landeskirche vorliegen, an der zweiten großen Innenstadtkirche neben dem Dom in Bremen eine Stelle zu übernehmen. Er hat zugesagt: Zum 1. November zieht er mit Ehefrau Imke und den Kindern Mathilda (4) und Julius (6) nach Bremen.

Den Löhlbacher Kirchenvorstand hat er in einer außerordentlichen Sitzung bereits informiert. Die Reaktionen der Mitglieder hätten von „enttäuscht bis verständig“ gereicht. Am Sonntag teilte er seine Entscheidung auch den Gottesdienstbesuchern mit. „Es tut mir sehr leid, hier die Gemeinde vor Ort bereits nach zweieinhalb Jahren zu verlassen und vielleicht auch den ein oder anderen zu enttäuschen“, sagt Renz.

Sicher könne nicht jeder nachvollziehen, dass er nun nach Bremen wechselt, obwohl es in Löhlbach gut läuft. „Aber ich vertraue auf mein Gefühl, dass es richtig ist, das anzunehmen“, sagt der Löhlbacher Pfarrer.

Seine Familie und er hätten sich in Löhlbach wohlgefühlt. Sie seien außerordentlich freundlich und wohlwollend aufgenommen worden und auf tolle Menschen getroffen. „Zudem habe ich beruflich ganz viel gelernt, wofür ich dankbar bin“, ergänzte Renz.

Die neue Stelle an der nach dem Dom ältesten Kirche Bremens stelle mit ihrer Vielfältigkeit aber eine Herausforderung und Gelegenheit dar, die sich so sicher nicht noch einmal ergebe.

Renz‘ künftige Stelle hat etwa 5000 Gemeindeglieder - Löhlbach und Battenhausen zählen zusammen etwa 1500. Der 39-Jährige wird sich die Arbeit mit einer Kollegin und einem Kollegen teilen. Ein Arbeitsschwerpunkt werde die Konfirmandenarbeit sein. Auch theologisches Interesse sei gefragt. Außerdem erwarte ihn in Bremen ein „immens umfangreiches Gottesdienst- und Kulturangebot“, sagte er.

Für den Pfarrer ist diese Entwicklung mit ambivalenten Gefühlen verbunden: Einerseits freut er sich auf die neue Herausforderung und die große Chance, andererseits tut es ihm um die Stelle in Löhlbach auch leid: „Das ist schon schade, denn wir sind auf einem guten Weg“.

Er verlässt Löhlbach im Jubiläumsjahr: 2013 feiert die Gemeinde das 200-jährige Bestehen ihrer Kirche. Den Dienst in Bremen tritt er aber später an als dort erwünscht war: Er will seinen Wirkungsort nicht vor der Kirchenvorstandswahl verlassen.

Der Wechsel der Pfarrstelle habe nichts mit der Arbeit in der Gemeinde oder der Vakanzbelastung zu tun, betont Sebastian Renz: „Es geht nur um die Stelle, die angeboten wird“. Die deutschlandweite Ausschreibung aus Bremen habe er zufällig gesehen und gedacht: „Das könnte passen.“ Er habe nie bewusst nach anderen Stellen geschaut.

Die Tatsache, dass der bisherige Hainaer Pfarrer Dr. Jörg Mosig ebenfalls nach Bremen gewechselt ist, „ist purer Zufall“. Die Stelle wäre in anderen Städten ebenso interessant für ihn gewesen.

Sebastian Renz wird noch bis Mitte Oktober als Pfarrer in Löhlbach und Battenhausen aktiv sein. Dann wird mit seiner Stelle die zweite im zusammengelegten Kirchspiel „Hohes Lohr“ frei. Denn auch die Stelle in Haina ist noch nicht wieder besetzt. Nach Renz‘ Angaben gibt es noch keine Bewerber. Aktuell hat die Gemündener Pfarrerin Christina Jung eine Viertelstelle für die Klostergemeinde.

„Wie es weitergeht, müssen wir mit der Dekanin besprechen“, sagte Sebastian Renz auf Nachfrage, „da wird es Möglichkeiten geben“. (apa)

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