Frankenberg

Pfarrer Steeneker wird vom Dienst befreit

- Frankenberg (jos). „Ich nehme mit einem lachenden und einem weinenden Auge Abschied“, erklärte Pfarrer Wilhelm Steeneker am Montag gegenüber der FZ. Er sei schon seit längerem gesundheitlich angeschlagen, berichtete der beliebte Frankenberger Seelsorger. Sein Ausscheiden aus dem Dienst in der evangelischen Kirche kommt nun dennoch plötzlich – auch für den Pfarrer selber. Bereits zum 1. März werde er vom Dienst befreit, berichtete der 62-jährige Niederländer. An diesem Sonntag, 28. Februar, findet um 14 Uhr ein Abschiedsgottesdienst in der Hospitalkirche statt.

„Ich blicke zurück auf einen beinahe 30-jährigen Dienst in Frankenberg“, erklärte der Pfarrer. Der Abschied falle ihm schwer, er fühle sich der Kirchengemeinde sehr eng verbunden. Gleichzeitig habe er durch die Freistellung vom Pfarrdienst aber auch die Hoffnung, dass sich sein Gesundheitszustand verbessert. Abschiede gehörten nun einmal zum menschlichen Leben, so Steeneker. Alles habe einen Anfang und ein Ende. Für die Kirchengemeinde sei es wichtig, einen „voll einsetzbaren“ Pfarrer zu haben. Zuletzt haben die anderen Frankenberger Seelsorger Steeneker immer wieder vertreten müssen. Auch für seine Kollegen sei es wichtig, dass nun schnell ein neuer Pfarrer nach Frankenberg kommt, so Steeneker. Die Gemeinde hoffe darauf, dass die Stelle nur für kurze Zeit vakant bleibt. Mit der Befreiung vom Dienst will Steeneker nach Bad Wildungen umziehen, erklärte er gegenüber der FZ. Der Kirchengemeinde Frankenberg werde er aber weiterhin verbunden bleiben. Zu dem von Steeneker betreuten Frankenberger Pfarrbezirk zählen die Wohngebiete links und rechts der Marburger Straße, der Ortsgrund, die Aue sowie Burgwald, der Ortsteil der gleichnamigen Frankenberger Nachbargemeinde. Steeneker ist gebürtig in der Kleinstadt Sneek in der niederländischen Provinz Friesland. Seine Mutter war Hamburgerin, der Vater Niederländer. Theologie studierte Steeneker in Groningen. Im Oktober 1979 trat er eine Assistentenstelle bei Professor Härle an der Marburger Philippsuniversität an. Von dort wechselete Steeneker nach Frankenberg. Am 1. Juni 1980 wurde er durch Propst Waldemar Immel in der heutigen Bonhoeffer-Kirche in Burgwald ordiniert.Als Steeneker vor 30 Jahren in Frankenberg einstieg, herrschten in der Kirchengemeinde turbulente Zeiten, wie es sie seit Generationen nicht gegeben hatte. Innerhalb kürzester Zeit wurden alle Pfarrer ausgewechselt. Steeneker trat die Nachfolge von Pfarrer Rudolf Piller an – eine schwierige Aufgabe für einen vergleichsweise unerfahrenen Seelsorger. Doch mit Ruhe und Sachlichkeit nahm Steeneker alle Klippen. Er genießt großes Vertrauen in Gemeinde und Kirchenvorstand.

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