Pfeifsignal der Bahn auf neuer Strecke vergrault Camper

Die Bahn hat Vorfahrt: An beschrankten Bahnübergängen wie diesem muss die Bahn kein Warnsignal abgeben, allerdings an den 36 ungesicherten zwischen Frankenberg und Korbach. Archivfoto:  Rösner

Waldeck-Frankenberg. Auf ihrer neuen Strecke Korbach-Frankenberg quert die Bahn 36 technisch nicht gesicherte Bahnübergänge. 36 Mal muss der Lokführer daher den Pfeifton als Warnsignal ertönen lassen.

Der Betreiber des Campingplatzes Teichmann in Herzhausen, Rudolf Müller, sorgt sich angesichts der vier Bahnübergänge in der Nähe seines Platzes um die wirtschaftliche Zukunft seines Betriebes: Das Pfeifen - das erste morgens um kurz vor fünf Uhr - störe die Campinggäste.

Wenn die Bahn weiterhin an diesen Stellen pfeife, sei die Existenz des Campingplatzes, der zur Hauptsaison ca. 1500 Gäste zählt, gefährdet. „Während des Eröffnungswochenendes der Bahnstrecke haben zwei Motorradclubs wegen der Pfeiftöne ihre Reservierung für nächstes Jahr abgesagt. Zwei Familien sind vorzeitig abgereist.“ Müller hofft, dass der Winter genutzt wird, um die Situation zu ändern. Das Thema wurde schon im Kreistag angesprochen. Vor wenigen Wochen gab es in Deutschland fünf Unfälle an Bahnübergängen. Bilanz: zwei Tote und 30 Verletzte.

Hans-Martin König von der Kurhessenbahn erklärte, dass mit Ortslandwirten, Kommunen und Grundstückseigentümern gesprochen werden soll. „Braucht man wirklich diese vielen technisch nicht gesicherten Bahnübergänge?“, fragt er. Es müsse geklärt werden, ob gewisse Übergänge, die etwa nur von wenigen Bauern genutzt werden, beseitigt werden können, während etwa ein Parallelweg ausgebaut würde. Alternative wäre eine technische Sicherung. „Es muss diplomatisch verhandelt werden“, sagt Kreislandwirt Fritz Schäfer, der die Landwirte in eine Lösungsfindung einbinden will.

Derweil empfinden auch die Kirchlotheimer das Pfeifen als störend, sagt Ortsvorsteher Martin Zarges. Sie seien aber im Sommer auch vom Krach jugendlicher Gäste des Campingplatzes Teichmann betroffen.

Quelle: HNA

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