Hatzfeld

„Pflegebedürftigkeit nicht planbar“

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- Hatzfeld (da). Wer einen nahen Angehörigen betreut, ist fast immer großen Belastungen ausgesetzt. Eine größere Unterstützung dieser Menschen ist deshalb das Ziel der Stadt Hatzfeld, der Kirchengemeinden und des Diakonischen Werks.

„Die Pflege ist der schwerste Job, den die Gesellschaft zu vergeben hat“: Karin Buder-Heckert von der VdK-Bezirksgeschäftsstelle in Marburg brachte am Mittwochabend die Bedeutung der Pflege auf den Punkt. Sie informierte zum Start des Gesprächskreises für pflegende Angehörige über Probleme und Anforderungen. Der Gesprächskreis ist ein erster Schritt, Menschen, die zu Hause pflegen, zu unterstützen. Geleitet wird er von Barbara Geisse aus Reddighausen.

In der Gruppe können Menschen ihre Erfahrungen austauschen, sich aussprechen oder sich über verschiedene Themen informieren. Am Mittwochabend wurde der neue Gesprächskreis vorgestellt. Im Hatzfelder Bürgerhaus wurde deutlich, weshalb die Pflege von Angehörigen immer mehr an Bedeutung gewinnt. Der Vortragsabend mit dem Titel „Pflege geht uns alle an“ stieß auf großes Interesse. Der „Runde Tisch Altenhilfe“ trifft sich seit etwa einem Jahr auf Initiative der Hatzfelder Pfarrerin Gudrun Ungerer. Beteiligt sind die Kirchengemeinde, die Diakonie, die Stadt und die VdK-Ortsverbände Reddighausen/Holzhausen/Eifa und Hatzfeld. Ein Pflegekurs fand bereits statt und bildete den Auftakt zu dem Hilfsangebot im oberen Edertal.

Bürgermeister Uwe Ermisch appellierte, von dem Angebot Gebrauch zu machen. Er sagte die finanzielle Unterstützung der Stadt zu.Pfarrerin Gudrun Ungerer betonte, die häusliche Pflege sei eine große Herausforderung: „Das Thema wird uns noch richtig umtreiben.“ Die Gepflegten seien meist gut versorgt, „aber den Angehörigen geht es oft nicht gut.“ Durch die aufwendige Pflege würden soziale Kontakte wegbrechen, „ein Stück weit vereinsamt man“. Darauf verwies auch Dekan Gerhard Failing. „Wer pflegt, kann an die Grenzen der eigenen Kraft stoßen. Es ist deshalb gut, wenn man nicht alleine bleibt.“Möglicherweise sei eine Anlaufstelle nötig, von der aus Hilfe organisiert werden muss.

Karin Buder-Heckert von der VdK-Bezirksgeschäftsstelle in Marburg informierte ebenso über die Bedeutung der häuslichen Pflege. Deutschlandweit würden vier Millionen Menschen von Angehörigen gepflegt. Ein Problem sei der demografische Wandel, der den Wegzug vieler junger Menschen von zu Hause nach sich ziehe: „Wer soll noch pflegen?“

Mehr lesen Sie in der FZ vom Donnerstag, 17. November

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