Pächter kauft denkmalgeschütztes Gebäude von der Gemeinde Haina

Pizza statt pauken in „Ahler Schüle“

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Früher galt die „Ahle Schüle“ als Schandfleck in Löhlbach und stand kurz vor dem Abriss. Zwölf Jahre nach der Sanierung verkaufte die Gemeinde nun das Gebäude.Archivfoto: Schäfer

Haina-Löhlbach - Die Gemeinde Haina trennt sich von der „Ahlen Schüle“ in Löhlbach. Der bisherige Pächter kauft das denkmalgeschützte Gebäude, in das künftig eine Pizzeria einziehen soll.

Zwölf Jahre nach der aufwendigen Sanierung und nach Ablauf der Bindefrist für die Landesmittel aus dem Dorferneuerungsprogramm verkauft die Gemeinde Haina das ortsbildprägende Fachwerkhaus „Ahle Schüle“ neben der Kirche. Bei sechs Gegenstimmen beschlossen die Gemeindevertreter am Donnerstagabend mehrheitlich, das Grundstück an die bisherigen Pächter des Gebäudes abzugeben.

„Strich drunter machen“

Der Kaufpreis orientiert sich am Restbuchwert des Grundstücks in der Bilanz der Gemeinde und beträgt 138667 Euro. Damit verrechnet wird eine noch offen stehende Architektenrechnung in Höhe von 74429 Euro. Dazu wurde eine außerplanmäßige Ausgabe beschlossen.

Frank Happel von der Bürgergemeinschaft Großgemeinde Haina kritisierte, dass die Schlussrechnung des Architekten 13 Jahre lang nicht verbucht worden sei. Er berechnete 193000 Euro Kosten, auf denen die Gemeinde „sitzen bleibe“. Bürgermeister Rudolf Backhaus machte eine andere Rechnung auf: Das aufgenommene Darlehen von 150000 Euro valutiere noch mit rund 115000 Euro. Nach Eingang des verrechneten Kaufpreises verbleibe ein Rest von gut 50000 Euro. Das sei das Einzige, was die Gemeinde für die „Ahle Schüle“ zu tragen habe, da die bisherige Miete sowohl Zins als auch Tilgung abdeckte. „Ich werbe dafür, jetzt einen Strich drunter zu machen“, sagte Backhaus.

Bernhard Keute von der Freien Bürgerschaft Löhlbach erinnerte daran, dass die „Ahle Schüle“ damals das „Eingangstürchen“ für die Dorferneuerung in Löhlbach gewesen sei. Auch er plädierte für einen Verkauf, um künftige Risiken von der Gemeinde abzuwenden. 13 Gemeindevertreter stimmten anschließend für den Verkauf. Die Mitglieder der Bürgergemeinschaft Großgemeinde Haina und ein SPD-Gemeindevertreter stimmten dagegen.

Von Frank Seumer

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