Lehrlinge zeigen ihre Werke

Von der Planung zum fertigen Produkt

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Ellen Traudt, Ausbilderin bei Heitec, Lehrling Alex Birshiminski und Berufsschullehrer Klaus Lötzerich (von links) sind zufrieden mit dem Projekt der Hans-Viessmann-Schule.

Frankenberg - Komplett eigenständiges, selbstverantwortetes Arbeiten war das Ziel eines Projekts der Hans-Viessmann-Schule für junge Lehrlinge.

Aus mehr als 30 Betrieben haben Auszubildende metallverarbeitender Betriebe an einem Projekt der Hans-Viessmann-Schule teilgenommen: Seit Oktober bauten die 90 Schüler an einem eigenen Schraubstock. Dabei arbeiteten sie komplett eigenständig. Lediglich eine kleine Mappe als Hilfestellung bekamen sie zu Beginn des Projektes.

Alle Schüler befinden sich in der Grundstufe und somit im ersten Lehrjahr. Das Projekt stellt eine Verzahnung von Schule und ausbildenden Betrieben dar. Der Sinn des Projektes besteht darin, Planzeichnungen besser zu verstehen. Des Weiteren lernten die Schüler den Umgang mit verschiedenen Materialien, sagte Klaus Lötzerich, Lehrer für Metalltechnik. Der Schraubstock sei als Objekt zum Lernen gut geeignet: Er sei eine Herausforderung für die Auszubildenden, jedoch nicht zu schwierig. Das motiviere die Lehrlinge, erklärte Lötzerich. Zudem habe der Scharubstock im Nachhinein einen praktischen Nutzen.

Im Unterricht wurde vor dem Bau die Theorie behandelt. Die Betriebe unterstützten das Projekt, indem sie den Schülern die Materialien und das nötige technische Gerät zur Verfügung stellten.

Aus den Fehlern gelernt

Für viele war es das erste Mal, dass sie an den großen Maschinen gearbeitet haben, sagte Marcel Wickenhöfer, einer der Teilnehmer des Projekts. Im Laufe der Zeit habe er aus frühen Fehlern gelernt: Einige der insgesamt 16 Teile hätte er mehrfach herstellen müssen.

Am Donnerstag wurden die Schraubstöcke in einer Ausstellung präsentiert. Während des Baus mussten alle Auszubildenden eine Mappe über ihre Arbeit führen. Diese wird von den Lehrern bewertet und fließt somit in die Gesamtnote ein.

Auch die Firmen sind mit dem Projekt zufrieden: „Die Auszubildenden haben enorme Fortschritte gemacht“, sagte Ellen Traudt, Ausbilderin der Firma Heitec in Bottendorf. Das Unternehmen werde auch in Zukunft an dem Projekt teilnehmen. Die Zusammenarbeit sei in dieser Region einzigartig, sagte Lötzerich. Sie schließe die häufig vorhandene Lücke zwischen Schule und den ausbildenden Betrieben.

Im Anschluss an die Ausstellung trafen sich Ausbilder und Lehrer, um das Projekt zu reflektieren. Es sei wichtig, in einem frühen Stadium die Stärken und Schwächen der Schüler zu erkennen, sagte der Berufsschullehrer. Zudem wurde bereits das Projekt für das nächste Jahr vorbereitet.

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