Frankenberg

Platanen-Streit: Experte will vermitteln

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- Frankenberg (jos). In die Diskussion um die Fällung von zwei Platanen auf dem Frankenberger Untermarkt und den Umgang mit den verbliebenen Bäumen ist der Baumbiologe Philipp Funck aus Schwalmstadt eingeschaltet worden. Sein Urteil: „Es gibt aus fachlicher Sicht keinen Grund, die Bäume zu fällen.“

Funck war gestern Vormittag kurzfristig nach Frankenberg gekommen, um die Bäume auf dem Untermarkt zu begutachten. Beauftragt hat den Sachverständigen der Anwohner und Baumpfleger Thomas Otto, der die Platanen für stadtbildprägend und schützenswert hält. Funck nahm die Bäume in Augenschein – und kam zu dem Ergebnis, dass es keinen Grund gebe, die Platanen zu fällen. Es seien keine Anzeichen eines Massaria-Befalls zu erkennen, erklärte Funck.

Hinweise darauf seien etwa abgebrochene Äste oder rote Streifen – beides sei nicht erkennbar. Damit bestehe auch kein Risiko für den Fußgänger- und Autoverkehr. Hintergrund: Bei der Fällung von zwei der Platanen hatte sich die Stadt auf ihre Verkehrssicherungspflicht berufen.Bürgermeister Christian Engelhardt erklärte gestern auf FZ-Nachfrage, dass die gefällten Bäume inzwischen vom hessischen Landeslabor untersucht und für krank befunden worden seien. Der städtische Betriebshof sei auf dem Gebiet der Baumpflege ausreichend kompetent.

„Wir beschäftigen zwei Landschaftsgärtner“, betonte der Verwaltungschef. Bevor er teure Gutachten in Auftrag gebe, verlasse er sich zunächst auf die Eigen-Expertisen. Da allerdings das Thema Platanen auf dem Untermarkt in der Zwischenzeit zu einem „Politikum“ geworden sei, hält Engelhardt mittlerweile ein externes Gutachten durchaus für sinnvoll. „Aber wenn wir einen Sachverständigen bestellen, dann wählen wir ihn selber aus und erkundigen uns zuvor über seine Referenzen“, betonte Engelhardt gestern.

Davon, dass mit Philipp Funck ein Baumgutachter nach Frankenberg kommt, hatte Engelhardt am Donnerstag von SPD-Fraktionschef Hendrik Sommer erfahren. „Er hat mir geschrieben, dass ein Gutachter in die Bäume steigen will und ich das genehmigen soll.“ Diese Vorgehensweise hält Engelhardt für „unerträglich“. Die SPD habe eine Anfrage zu den Platanen gestellt und die werde auch beantwortet – das sei der übliche Kontrollmechanismus einer Oppositionspartei. „Es ärgert mich aber einfach, wenn die Opposition alles hinterfragt, was die Verwaltung macht“, sagte Engelhardt.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Samstag, 17. September.

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