Fernstraße von Kreuztal nach Frankenberg: Unterstützung aus Wittgenstein für hessische Nachbarn

Politischer Lückenschluss für Straßenbauprojekt B508n

Der geplante Verlauf der Bundesstraße 508n. Grafik: WLZ-FZ

Siegen-Wittgenstein - Der hessische Vorstoß für eine bessere Verkehrsverbindung von Frankenberg bis nach Erndtebrück stößt in Wittgenstein auf breite Unterstützung.

„Ich bin über diese Neuigkeit nicht erstaunt, aber ich bin beschwingt“, formulierte es der Landrat des Kreises Siegen-Wittgenstein. Paul Breuer (CDU) war und ist einer der größten Verfechter dieser Straße über die Landesgrenze hinaus. Auch der Siegen-Wittgensteiner Kreistag und der Regionalrat bei der Bezirksregierung Arnsberg haben sich für eine Prüfung dieser Verbindung ausgesprochen, so Breuer. Doch der Landrat warnt vor übertriebenem Optimismus bei den Befürwortern: „Das heißt nicht, dass morgen gebaut werden darf. Aber es ist wichtig, dass ein Merkposten im Bundesverkehrswegeplan gesetzt wird.“

Breuer favorisiert für eine solche Verbindung eine Bundesstraße mit einer angepassten Fahrbahnbreite, die sich besser an die Topographie der Landschaft anpassen lasse. Machbarkeitsstudien hatte der Kreis schon einmal bei der Zusammenarbeit über die Landesgrenzen hinweg aufgestellt. Die wurden inzwischen noch einmal für eine schmalere 2+1-Straße mit wechselnden Überholspuren angepasst. 2010 war das sogar auf der Ebene der Verkehrsminister von NRW und Hessen diskutierte Projekt jäh auf Eis gelegt worden. Der damalige hessische Verkehrsminister Dieter Posch (FDP) hatte die Projektplanung aus Kostengründen fallengelassen. Jetzt ist sie von den Kommunen und dem Landkreis Waldeck-Frankenberg wieder aufgegriffen worden. Breuer freut sich und möchte Bedenken zerstreuen, dass die Initiative die in Siegen-Wittgenstein von Politik, Gewerkschaften und Arbeitgebern getragenen Pläne für eine Ortsumgehungskette „Route 57“ von Kreuztal bis Schameder gefährde.

Winfried Schwarz, EJOT-Geschäftsführer, ist einer der Initiatoren der „Route 57“ und betrachtet die Willensbekundungen aus verschiedenen Blickwinkeln. „Als EJOT-Geschäftsführer finde ich das prima. Für uns als Unternehmen wäre das wichtig. Als Vertreter der Route 57 habe ich lediglich nichts dagegen.“ Der Initiativkreis Route 57 verfolge nach wie vor nur die Pläne von Kreuztal nach Schameder. „Ich bin froh, dass unsere Resolution aus dem Jahr 2007 jetzt aus zwei weiteren Bereichen Unterstützung erfährt“, freut sich Bad Berleburgs Bürgermeister Bernd Fuhrmann. Schon damals hatte der Berleburger Rat eine Resolution für eine Bundesfernstraße auf den Weg gebracht und die hessischen Nachbarkommunen eingeladen, das Gleiche zu tun.

Von Lars-Peter Dickel

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