36-Jähriger muss 800 Euro Strafe zahlen

Porno-Rechnung ging an die Kirche

Frankenberg. Er betrog Internetanbieter und fälschte dazu persönliche Daten: Wegen dieser Vergehen verurteilte das Amtsgericht Frankenberg am Montag einen 36-Jährigen aus dem Altkreis Frankenberg zu einer Geldstrafe von 800 Euro.

Der arbeitslose Bürokaufmann hatte im Juli 2010 in 18 Fällen im Internet kostenpflichtige Erotikfilme angesehen und Videospiele heruntergeladen, ohne dafür zahlen zu wollen. Als Bankverbindung nannte er das Spendenkonto des Missionswerkes der Neuapostolischen Kirche Süddeutschlands. Sieben Mal gab er zudem im Registrierungsformular den Namen eines ehemaligen Mitschülers an.

Ihm sei kein anderer Name eingefallen, erklärte der Angeklagte. „Das alles war ein großer Fehler“, sagte er ruhig. Er gab vor Gericht seine Taten unumwunden zu und verzichtete auf Rechtsmittel.

Richterin Andrea Hülshorst folgte in ihrem Urteil – 80 Tagessätze in Höhe von je 10 Euro – dem Antrag der Staatsanwaltschaft Marburg. Der Angeklagte, der von Hartz-IV lebt, muss die Strafe in Raten von monatlich 50 Euro zurückzahlen und die Kosten des Verfahrens tragen. In ihrer Urteilsbegründung wertete Hülshorst das Geständnis des Angeklagten als positiv.

Unschuldiger belastet

Die Richterin wies darauf hin, dass der Sachschaden nur 531 Euro betragen habe. Dem ehemaligen Mitschüler aus dem Frankenberger Land sei dagegen ein hoher persönlicher Schaden entstanden: Die Polizei war zunächst davon ausgegangen war, dass der ehemalige Mitschüler die Internetanbieter betrogen habe, weil sein Name bei der Registrierung aufgetaucht war. Daher stellte sie bei einer Hausdurchsuchung mehrere Computer sicher. „Dabei hatte er überhaupt nichts mit dem Internetbetrug zu tun“, betonte Andrea Hülshorst.

Der Betroffene, der mit dem Angeklagten einst die Grundschulbank drückte, trat im Verfahren als Zeuge auf. Er arbeitet heute bei einer Bank und kämpft seit der spektakulären Hausdurchsuchung um seinen guten Ruf. „Das werde ich nie ganz ausräumen können“, befürchtet er, der auf das Vertrauen seiner Kunden angewiesen ist.

Von Friederike Szamborzki

Quelle: HNA

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