Mann aus Frankenberger Land vor Gericht

Postbote soll Briefe geöffnet haben

Frankenberg - Menschen vertrauen ihrem Postboten meist blind. Dass dieser Briefe, die er eigentlich ausliefern soll, vorher öffnet, daran dürften nur die wenigsten einen Gedanken verschwenden. Genau das aber hat ein Kurierfahrer aus dem Frankenberger Land über einen Zeitraum von etwa neun Monaten getan.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, in der Zeit von Januar bis September 2013 in 32 Fällen unerlaubterweise Briefe entwendet und den Inhalt behalten zu haben - was Verletzung des Briefgeheimnisses in Tateinheit mit Diebstahl ist. Meistens handelte es sich bei der Beute um Bargeld, teilweise waren auch Gutscheine dabei.

Der Mann, der für ein Subunternehmen der Post arbeitet, suchte gezielt nach Glückwunsch- und Trauerkarten. Er war dafür zuständig, Briefkästen zu leeren und die eingesammelte Post in ein Lager zu bringen.

Vor dem Frankenberger Amtsgericht gestand der Angeklagte gestern, über einen gewissen Zeitraum hinweg Briefe geöffnet und Geld daraus entwendet zu haben. Allerdings gab er an, nicht für alle der 32 Taten verantwortlich gewesen zu sein. Sein Verteidiger erklärte, dass sich sein Mandant nicht an jede einzelne Tat im Detail erinnern könne. Zudem gehe aus Protokollen hervor, dass bei einem Teil der Vorfälle nicht er als Fahrer für die Routen eingeteilt gewesen war, auf der Briefe verschwunden sind. Somit bliebe noch rund die Hälfte der vorgeworfenen Taten, die er begangen habe. „Es gibt mannigfaltige Möglichkeiten, dass andere in die Briefe gegriffen haben“, sagte der Verteidiger. So gab der Angeklagte an, dass zum Beispiel die Halle, in der die Post zwischengelagert wird, nicht immer ordnungsgemäß verschlossen gewesen wäre.Außerdem seien die Gutscheine seine eigenen gewesen. Bei der Durchsuchung des Autos wurde zudem Bargeld aus dem Ausland gefunden - unter anderem aus Kanada, Kenia und der Schweiz. Das Geld stamme aus seinem Privatbesitz, erklärte der 51-Jährige. Er habe es mit sich geführt, um es umtauschen zu lassen.

Da der Angeklagte nicht alle ihm vorgeworfenen Taten gestand, will das Gericht nun Kollegen und Absender der Briefe vernehmen. (tt)

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