Ein Zusteller spricht anonym von hoher Belastung

Kunden in und um Korbach ärgern sich, weil Post spät kommt

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Übervoller Briefkasten: Leser aus Korbach und Umgebung kritisieren die verspätete Zustellung von Sendungen durch die Deutsche Post. 

Waldeck-Frankenberg. Verzögerungen bei der Postzustellung sorgen derzeit in Korbach und Umgebung für Ärger. Das geht aus vielen Leser-Kommentaren auf Facebook und aus E-Mails hervor, die die Redaktion nach der ersten Veröffentlichung zum Thema vor einigen Tagen erreicht haben. Die Post erklärte die Probleme anfangs mit einem aktuell hohen Krankenstand.

Die Post erklärte die Probleme damals mit einem aktuell hohen Krankenstand.

Diese Erklärung halten Gerlinde und Bernd-Dieter H. aus Korbach für eine Ausrede. „Seit Monaten wird bei uns montags keine Post zugestellt“, schreiben sie per Mail. 

Ein weiterer Leser sagt, dass bei ihm Briefe und Zeitungen eine Woche lang nicht und am Donnerstag, 16. November, dann in geballter Menge angeliefert worden seien. Udo W. aus Korbach berichtete von einem „schlimmen Fall“. In einem Trauerbrief seien seine Frau und er darüber informiert worden, dass eine Freundin gestorben sei. „Dieser Brief wurde am 9. November von der Post abgestempelt, erhalten haben wir ihn am 18. November. So konnten wir am 13. November nicht zur Beerdigung fahren.“

Post-Zusteller äußert sich anonym und kritisiert Arbeitsbedingungen

Bei unserer Zeitung meldete sich auch ein Post-Mitarbeiter, der nach eigenen Angaben als Zusteller in einem anderen Bezirk außerhalb Waldeck-Frankenbergs tätig ist. 

Er will anonym bleiben und sagt: „Die Personaldecke in der Zustellung wird immens flach gehalten. Kommt es zu normalen krankheitsbedingten Ausfällen, wird die Arbeit des erkrankten Kollegen auf alle anderen Kollegen verteilt, was in diesen Zeiten eine schier unglaubliche Arbeitsbelastung ist, die zum Teil über mehrere Tage und Wochen andauert.“

Postsprecher Thomas Kutsch spricht auf Anfrage unserer Zeitung von Einzelfällen. Jetzt, in der Vorweihnachtszeit, seien sogar mehr Zusteller im Einsatz. „Wenn ein Zusteller krankheitsbedingt ausfällt, wird der Bezirk am ersten Tag auf die Kollegen verteilt. Ab dem zweiten Tag wird aber bereits eine Vertretung eingesetzt.“

Quelle: HNA

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