Altenlotheim

Proben mit den „Heavytones“ bis in die Nacht

- Frankenau-Altenlotheim (sik). Am Dienstagabend erreichte der Altenlotheimer Christian Durstewitz die nächste Runde bei Stefan Raabs Castingshow für den „Eurovision Song Contest“. Er sprach mit der Frankenberger Zeitung über die Show und Stefan Raab.

"Another Night“ heißt der selbstkomponierte Song, den Christian Durstewitz am Dienstagabend sang. Es war zwar eine „andere Nacht“ als vor einer Woche, aber das Ergebnis war das gleiche: Der 20-Jährige Altenlotheimer überzeugte erneut die Jury und das Fernsehpublikum und steht jetzt in der nächsten Runde, in der sechs Kandidaten gegeneinander antreten. Es wird für die Teilnehmer immer schwieriger, je mehr der Kreis der Kandidaten zusammenschrumpft. Showmaster und „Jurypräsident“ Stefan Raab stellte in der Sendung am Dienstagabend noch einmal klar, dass nicht nur entscheidend sei, wer durchgehend gute Leistungen auf der Bühne bringe. Vor allem sei wichtig, ob ein Fortschritt und eine Weiterentwicklung beim Kandidaten zu erkennen seien. Und „Dursti“ zeigt eine deutliche Entwicklung: Der 20-Jährige zeigte Mut, indem er einen selbstkomponierten Song vortrug. In den beiden Shows zuvor hatte er mit den Coversongs ,,Faith“ von George Michael und ,,Change“ von Daniel Merriweather gepunktet, die er äußerst gut interpretiert hatte. Die Jury, bestehend aus Stefan Raab und den Gastjuroren Cassandra Steen (Sängerin von „Glashaus“) und Sasha („Lucky Day“), waren zutiefst von „Durstis“ Vortrag beeindruckt und lobten dessen künstlerisches Talent. „Der Song ist eine großartige Komposition. Wenn mir einer sagen würde, der Typ kommt aus New York, ist der uneheliche Sohn von Lenny Kravitz und heißt ,,Chris Durstekravitz“, dann würde ich es glauben“, äußerte sich Raab. Wenige Tage vor der Achtelfinal-Show machte „Dursti“ einen sehr positiven, lockeren Eindruck. Trotz des immens hohen Zeitdrucks und Dauerstresses, dem die Kandidaten ausgesetzt sind, versucht sich der Altenlotheimer davon frei zu machen. In der Regel fährt er sonntags nach Köln, wohnt dort einige Tage in einem Hotel und kehrt mittwochs nach der Show nach Altenlotheim zurück. ,,Ich versuche, so wenig wie möglich im Internet oder in der Zeitung zu lesen. Statistiken oder Ähnliches würden mich nur unnötig nervös machen“, verrät er. In Köln verbringt der Sänger nur sehr wenig Zeit im Hotel, denn die Proben für die nächste Sendung ziehen sich oft über den ganzen Tag. „Wir proben die Woche über im Proberaum der ‚Heavytones'. Oft wird es sogar nachts 4 Uhr, bis wir fertig werden“, sagt Christian Durstewitz. Er ist begeistert von der gemeinsamen Arbeit mit der Band und deren musikalischen Leiter, Wolfgang Dalheimer. „Wolfgang verfügt über ein ‚absolutes Gehör' und schreibt in wenigen Minuten ganze Arrangements. Das ist beeindruckend“, erzählt der 20-Jährige. Aber nicht nur die Arbeit mit der Band macht ihm Spaß. Auch zu Stefan Raab scheint er ein besonderes Verhältnis zu haben. Immerhin ermutigte Raab den Sänger dazu, seinen eigenen Song vorzutragen. Er hatte ihm schon lange zuvor „gesteckt“, dass ihm die Komposition sehr gefalle – „Dursti“ hatte den Song bereits mit Akustikgitarre in der „Casting-Box“ gesungen, in der sich einst 3500 Bewerber bei TV-Total vorstellten. „Raab ist hinter den Kulissen immer super drauf“, erzählt der Altenlotheimer. „Manchmal sitzen wir noch zusammen und trinken gemeinsam ein Bierchen. Ich glaube er mag mich.“ Stefan Raab, der sein Privatleben von der Öffentlichkeit eigentlich völlig abschottet, stellte den verbliebenen Kandidaten sogar seine Familie vor. Und „Dursti“ erzählt von einem „sehr menschlichen“ Umgang miteinander und berichtet von einer tollen Arbeitsatmosphäre hinter den Kulissen. Der Fernsehsender versuche bewusst, ein Augenmerk auf das musikalische und künstlerische Auftreten der Kandidaten zu legen. Privates soll nicht an die Öffentlichkeit und damit auch nicht ausschlaggebend und beeinflussend für die Wahl der Fernsehzuschauer sein. „Bei Interviews wird immer darauf geachtet, dass wir nichts von Zuhause erzählen“, berichtet der 20-Jährige und fügt hinzu, dass er diese Vorgabe als völlig richtig empfinde. Auch mit den verbliebenen Kandidaten versteht sich „Dursti“ sehr gut und honoriert deren „großartige Leistungen“. Vor allem zu Sharyhan Osman (23) und Leon Taylor (26) hat er einen guten Draht. „Leon ist ein wirklich cooler Typ und mit Sharyhan liege ich irgendwie auf einer Wellenlänge. Sie ist total nett“, verrät der Altenlot­heimer. In der Heimat wird der 20-Jährige fast schon wie ein Held gefeiert. Als er am Samstagabend in Frankenberg unterwegs ist, wird er von allen Seiten angesprochen. Die Jungen klopfen ihm auf die Schulter und wünschen ihm viel Erfolg, die Mädchen bitten um Fotos und Autogramme. Normales Ausgehen ist fast unmöglich geworden. Sollte „Dursti“ am nächsten Dienstagabend erneut eine Runde weiterkommen, bleibt ihm zum Entspannen keine Zeit mehr: Dann müssen die Kandidaten innerhalb von zwei Wochen jeweils dienstags und freitags live gegeneinander antreten – mit jeweils zwei Songs pro Abend.

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