Prof. Dr. Ralf Zoll tritt in Gemünden als Vorsitzender des AK Stadtentwicklung ab

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Pro. Dr. Ralf Zoll hört als Vorsitzender des Arbeitskreises Stadtentwicklung in Gemünden auf.

Gemünden. Seit acht Jahren ist Prof. Dr. Ralf Zoll Vorsitzender des Arbeitskreises Stadtentwicklung in Gemünden. Er hat maßgeblich zur Weiterentwicklung der Stadt beigetragen. Ende dieses Jahres legt er das Amt nieder. Über die Gründe für die Entscheidung spricht er mit der HNA.

Herr Prof. Dr. Zoll, warum hören sie als Vorsitzender des Arbeitskreises auf?

Prof. Dr. Ralf Zoll: Ich sehe kaum noch Potenzial, größere Projekte voran zu treiben. Das liegt einerseits an den Finanzen. Unser Hauptprojekt, die Sanierung des Steinwegs, kann gar nicht erst in Angriff genommen werden. Andererseits verstehen Teile der Bevölkerung, aber auch der Mandatsträger nicht die Notwendigkeit, in Zeitspannen von 15 Jahren und länger zu denken. Dadurch stoßen manche Maßnahmen und Ideen im Rahmen des Konzeptes der Stadtentwicklung eher auf Unverständnis. Problematisch sind generell die Fehler von Bund und Ländern..

Was meinen Sie konkret damit?

Zoll: Die Finanzsituation in vielen kleinen, vor allem ländlichen Gemeinden ist dramatisch. Den Kommunen werden von Land und Bund immer neue Aufgaben aufgehalst, ohne dafür auch Mittel bereitzustellen. Bemühen sich Gemeinden dann um zusätzliche Finanzquellen, dann kann diesen folgendes, wie uns hier in Gemünden, passieren. Wir entwerfen einen Entwicklungsplan für zehn Jahre für aufeinander bezogene Maßnahmen im Rahmen des Förderprogramms „soziale Stadt“. Die einmal als Planungsgrundlage benannten 3 bis 4 Millionen Euro wurden nach wenigen Jahren drastisch gekürzt, erst um etwa 40 und danach nochmals um 70 Prozent.

Was waren die Folgen?

Zoll: Zwar müssen wir froh sein, dass es bis dahin gelungen war, so wichtige Vorhaben zu realisieren wie die Sanierung der Außenanlage des evangelischen Kindergartens, die Neugestaltung des Umfeldes von Kirche und Schule, die Schaffung eines Bürgertreffs mit Museum oder die Weiterführung der Jugendsozialarbeit. Mit den Kürzungen ist der Entwicklungsplan jedoch Makulatur. Wie bereits gesagt, unser Hauptprojekt kann gar nicht erst begonnen werden.

Von Philipp Daum

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Quelle: HNA

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