Hallenberg

Propaganda im „Dritten Reich“

- Hallenberg (sg). „Propagandainstrumente des Nationalsozialismus“ heißt eine Ausstellung Hallenberger „Kump“.

„Ein Volk, ein Reich“ – ein Eintopfessen. Reichsweit und in allen Schichten sollte es fleischlose Suppe geben, immer am ersten Sonntag im Monat, ob zu Hause oder in Gastwirtschaften. Das Ritual sollte die „Volksgemeinschaft“ kräftigen. Wie sehr die Nationalsozialisten in den Alltag der Deutschen einzudringen versuchten, wie sehr sie versuchten, ihr Leben zu kontrollieren und sie mit Propaganda auf Linie zu bringen, dokumentiert eine Ausstellung, die am Sonntag, 20. Februar, im Infozentrum „Kump“ am Marktplatz eröffnet. Auch Schulen aus Waldeck-Frankenberg sind zum Besuch eingeladen.

Die beiden Sammler Werner und Edeltrud Bösterling und Dr. Jürgen Schulte-Hobein vom Sauerland-Museum in Arnsberg erläuterten gestern im Pressegespräch die gezeigten Stücke und die Konzeption der dreiteiligen Ausstellung, die sich mit dem Winterhilfswerk und der „Gemeinschaft Kraft durch Freude“ der Nationalsozialisten sowie mit der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft auseinandersetzt. Zu sehen sind alte Empfangsgeräte, Plakate, Broschüren und Fotos aus der Zeit und zahlreiche Sammelfiguren, die als Träger der NS-Ideologie Kinder beeinflussen sollten.

Vordergründig wirkten die Organisationen unpolitisch und ihr Wirken als „gute Tat“, dennoch seien sie Beispiele für Instrumente, die das Regime zur Schaffung ihrer „Volksgemeinschaft“ eingesetzt habe, sagte Dr. Schulte-Hobein. Wobei Gruppen wie die Juden zugleich aus dieser Gemeinschaft hinausgedrängt worden seien. Und letztlich sei bereits alles auf den Krieg ausgerichtet gewesen.

Die Ausstellung läuft vom 20. Februar bis 20. Mai im „Kump“. Der Eintritt ist frei, bei Führungen wird ein Euro pro Person erhoben. Zur Eröffnung am 20. Februar um 11.15 Uhr geben Dr. Schulte-Hobein und Werner Bösterling eine Einführung.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Samstag, 12. Februar.

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