Battenberg

Psychedelic-Blues-Rock-Band „Daturana“ veröffentlicht Debütalbum

- Battenberg (jos). Jahrelang hat er sich in verschiedenen Musikrichtungen probiert, bis die Band „The Doors“ bei Mehdi Ghanbar für ein Schlüsselerlebnis gesorgt hat. In deren Stil hat der Battenberger mit seiner Band „Daturana“ jetzt eine CD veröffentlicht.

Der Gitarrist gerät ins Schwärmen, wenn er von den „Doors“ redet. Mehdi Ghanbar liebt die Songs, weil sie für ihn etwas von Unendlichkeit haben und ihm ein Gefühl geben, das er mit Hypnose vergleicht. Mit seiner Begeisterung für psychedelischen Rock hat der 38-jährige Familienvater im Frühjahr 2003 vier weitere junge Männer angesteckt, mit denen er eine Band gegründet hat. In den vergangenen sechs Jahren hat sich daraus eine Formation entwickelt, die sich heute „Daturana“ nennt und vor Kurzem den bislang größten Erfolg ihrer Bandgeschichte verbucht hat: Bei dem Berliner Label „Nasoni Records“ ist ihre erste Platte erschienen. Auf CD und Vinyl Platte? Ganz richtig, das Debütalbum der Band gibt es nicht nur auf CD, sondern auch auf Vinyl. Aufgenommen im Proberaum in Battenberg und gemastert in der Bundeshauptstadt, kann sich das Ergebnis hören lassen: Insgesamt elf Songs haben die fünf Musiker eingespielt. Die bis zu zehn Minuten langen Stücke sind geprägt von sphärischen Orgelklängen, psychedelischen Gitarrensounds und der tiefen Stimme des Sängers Gunar Mützlitz, der zeitweise gleichermaßen an Adam Green und Johny Cash erinnert und sich selber „logischerweise“, wie er sagt, von „Doors“-Frontmann Jim Morrison beeinflusst sieht. Als Gunar Mützlitz vor gut sechs Jahren zunächst aushilfsweise in Mehdi Ghanbars damaliger Band mitgesungen hat, war es für ihn das „losgelöste Gefühl“, das ihn an Songs von den „Doors“ oder auch von „Pink Floyd“ schnell „gepackt“ hat. „Ich habe mein Gefühl in die Songs reingelegt und viel wieder bekommen“, beschreibt der Sänger seine Faszination für psychedelischen Rock. Nach wie vor modern Für Keyboarder Simon Kramer ist der Sound aus längst vergangenen Jahrzehnten nach wie vor modern. Auch er entwickelte seinen Bezug zur Rockmusik der 70er erst, als er sie selber gespielt hat. „Es gibt einen großen Unterschied zwischen dem Hören und dem Spielen der Titel“, sind sich Sänger und Keyboarder einig. Und doch sind sie mit einem Auftritt erst dann zufrieden, wenn sich ihre Energie von der Bühne auf das Publikum überträgt. „Im Idealfall spielt man sich in einen Rausch und schafft eine Intensität im Klang, die sich auf die Zuhörer überträgt“, sagt Gunar Mützlitz. Von dem „organischen und rohen Proberaum-Sound“, wie die Musiker ihre erste Demo-Aufnahme beschreiben, sei die Plattenfirma „Nasoni Records“ sofort begeistert gewesen. Eigentlich hatten die Jungs von „Daturana“ gar nicht damit gerechnet, dass jemand ihre Songs veröffentlichen würde. Deshalb seien sie dem Label auch zunächst mit Skepsis begegnet, die sich aber schnell gelegt habe. „Nasoni Records“ vertreibt CDs von internationalen Größen der Szene. Aufgenommen haben die Battenberger Musiker alles in ihrem Proberaum, die Berliner Plattenfirma hat die CDs und Schallplatten pressen lassen und kümmert sich um Promotion. Dass sie mit ihrem ersten Album wohl nicht reich und berühmt werden, ist den Musikern klar. Aber die Plattenfirma verfüge weltweit über viele Kontakte. Davon will „Daturana“ profitieren und plant mittelfristig auch überregionale Auftritte, Anfang Oktober ist außerdem bereits ein Radio-Interview in Berlin geplant. Die Songs von „Daturana“ entstehen in der Regel bei den wöchentlichen Proben, meistens würden sich die Ideen der Bandmitglieder ergänzen, schildert Simon Kramer. Die Texte stammen zum Großteil aus der Feder von Gunar Mützlitz. Eine bildhafte Sprache spiele für ihn eine große Rolle, sagt er. Interpretationen lasse er bewusst in viele Richtungen offen. Beherrschende Themen seien Liebe, Verlust, Schmerz und Tod. Viel Texte seien melancholisch bis depressiv und sollten zum Nachdenken anstoßen. Perfekter Kontrapunkt Drei Songs stechen aus dem Album heraus: „Tanha“, weil es Gitarrist Mehdi Ghanbar auf persisch singt. „Mysterious Day“, weil es mit typischen Reggae-Beats daherkommt und von Keyboarder Simon Kramer gesungen wird. Und „Thing-Swing“. Der Titel ist der stärkste Song des Albums, der wie der Name schon sagt als re­laxte Swing-Nummer einen perfekten Kontrapunkt zum sonst eher melancholischen Psychedelic-Rock setzt. Fans der „Doors“ werden das „Daturana“-Debütalbum mit dem Titel „Ghosts in the Flowers“ mögen. Wer mit Zehn-Minuten-Titeln generell wenig anfangen kann, wird nur schwer einen Zugang zu der Musik finden. „Die einen finden es richtig gut, die anderen richtig schlecht. Dazwischen gibt es nicht“, sagt Mehdi Ghanbar schmunzelnd. Aber vielleicht sorgt „Daturana“ ja bei dem ein oder anderen Zuhörer für einen ähnlichen „Aha-Effekt“, wie ihn der Gitarrist seinerzeit mit Songs der „Doors“ erlebt hat. CD und LP sind unter anderem in der Buchhandlung Jakobi in Frankenberg erhältlich. Preis: 14 Euro/14,50 Euro. STICHWORT "Daturana" „Daturana“ besteht aus Sänger Gunar Mützlitz, Keyboarder und Sänger Simon Kramer, Gitarrist und Sänger Mehdi Ghanbar, Bassist Jan Grings und Schlagzeuger Philipp Wolf. Die Musiker selbst beschreiben ihre Musik als „Psychedelic-Blues-Rock“. Gegründet im Frühjahr 2003 hat die Band zunächst Stücke von den „Doors“ und von „Pink Floyd“ gecovert. In deren Stil ist seitdem eine Vielzahl an Eigenkompositionen entstanden. Gunar Mützlitz ist 25 Jahre alt und studiert an der Fachhochschule in Fulda Soziale Arbeit. Bevor er bei „Daturana“ eingestiegen ist, hat er sich unter anderem als Rapper musikalisch betätigt. Simon Kramer studiert in Marburg Germanistik. Der 22-Jährige hat bei „Daturana“ seine Begeisterung für Psychedelic-Rock entdeckt. Vorher hat er unter anderem in der Rock-AG der Edertalschule Band-Erfahrungen gesammelt. Mit Gitarrist Jan Schönbrodt hat der Keyboarder und Sänger als „Inspectah Lion“ eine Reggae-CD veröffentlicht. Mehdi Ghanbar stammt aus dem Iran, lebt aber bereits seit 24 Jahren in Deutschland. Der Chef eines Friseursalons hat unter anderem bereits eine CD mit persischer Musik produziert. Seit Anfang der 90er-Jahre ist der Battenberger großer Fan der „Doors“. Jan Grings kam im Frühling 2007 als Bassist zu „Daturana“. Der 23-jährige Industriekaufmann hatte vorher genau wie Simon Kramer in der Rock-AG der Edertalschule gespielt. Philipp Wolf war bereits als Teenager Fan der Musik aus den 60er- und 70er-Jahren. Der 20-jährige Allendorfer ist von Beruf Lackierer. (jos)

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