Theater "Con Cuore" gastiert in der Burgberghalle in Battenberg

Puppentheater - aber nichts für Kinder

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Stefan P. Maatz und Virginia Maatz schlüpften nicht nur in die Rollen von Knecht Alfred und Wirtstochter Sarah, sondern spielten gleichzeitig die Handpuppen.

Battenberg - Figurentheater, früher auch Puppentheater genannt, erinnert zunächst an Stabpuppen beim Kasperltheater, die Marionetten der Augsburger Puppenkiste oder die Handpuppen der Sesamstraße oder der Muppet Show. Und das alles ist für kleine Kinder, denkt man. Doch weit gefehlt.

Denn wenn sich Kinder mit ihren Puppen im Spiel auf einer Ebene befinden und eins werden, so ist das im Kleinen das, was das Theater „Con Cuore“ im Großen macht: Durch die Spielweise mit direkt geführten Figuren auf der gemeinsamen Bühne verschmelzen Darsteller und Figuren zu einem Ensemble, und Spiel und Wirklichkeit werden eins.

„Die furchtlosen Vampirkiller“ oder „Sorry, aber ihre Zähne stecken in meinem Hals“ ist eine einzigartige Umsetzung für Theater mit Figuren, angelehnt an Roman Polanskis Film „Tanz der Vampire“, einer Horrorkomödie aus dem Jahr 1967. Professor Abronsius ist mit seinem Knecht Alfred unterwegs in die Süd-Karpaten, wo sie aktive Vampir-Aktivität vermuten. Während Abronsius auf der Suche nach Beweisen für die Existenz lebender Toter ist, sehnt sich Alfred nach der Liebe.

Im Gasthof von Shagal finden sie beides: Knoblauchkränze an der Wand, die die Theorien des Professors bestätigen, und Shagals hübsche Tochter Sarah, die Alfred den Kopf verdreht. Doch niemand in der Schänke will auf die Fragen des Professors eingehen. Erst der Auftritt des berüchtigten Grafen Krolok beweist, dass es sie gibt: Vampire, die in Särgen schlafen, das Sonnenlicht fürchten und Blut trinken.

Elemente wie Slapstick, gewollte Ungeschicklichkeit und Überzeichnung bedienen den humoristischen Stil ebenso, wie die Musik, Geräusche und Gesang den Gruselfaktor bewirken. Das Gesamtwerk wird zu einer schaurig schönen Inszenierung, die den Begriff „Figurentheater“ zu neuem Leben erweckt und sein Publikum mehr als beeindruckt.

Den Erlös des Abends übergibt der Cultur Club an den Verein „Aktion für behinderte Menschen in Waldeck-Frankenberg“, der sich ehrenamtlich und ohne Verwaltungsaufwand für Inklusion und materielle Hilfe für Behinderte engagiert.

(Von Dorothea Wagener)

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der gedruckten Ausgabe der Frankenberger Zeitung am Mittwoch, 28. Januar.

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