Putz blättert von Fassade der Liebfrauenkirche

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Sind zuversichtlich: (von links) Bauplaner Johann Heinrich Berghöfer, Küster und Kirchenvorsteher Wilfried Koch, Bauausschussvorsitzender Pfarrer Christoph Holland-Letz, Pfarrerin Felicita Wickert und Bauausschuss- und Kirchenvorstandsmitglied Gerda Albrecht zeigen die Photometrische Erfassung der Liebfrauenkirche-Fassade und deren Schadensdichte.

Frankenberg. Damit den Kirchgängern keine Putzteile auf den Kopf fallen, prangt derzeit ein überdachtes Gerüst vor dem Eingang der Liebfrauenkirche in Frankenberg. Der Grund:

Das gotische Gotteshaus wird erneut zum Sanierungsfall. An einigen Stellen des Turmes blättert der Sandstein des teilweise über 700 Jahre alten Gemäuers.

Nachdem die Fassade erst in den 1980er-Jahren komplett saniert worden war, wurden vor wenigen Jahren erneut Schäden festgestellt. Etwas über vier Jahre ist es her, dass die Restaurationsarbeiten der Kirche im großen Umfang begonnen hatten. Knapp zwei Jahre nach der Fertigstellung folgt nun die nächste Baustelle.

Restauratoren hatten damals Stein für Stein in Augenschein genommen und anhand dieser repräsentativen Untersuchung eine Hochrechnung für das gesamte Kirchengebäude erstellt. Aus dem Sonderprogramm des Bundes für den Denkmalschutz waren damals 100 000 Euro für die Außensanierung des Frankenberger Gotteshauses freigegeben worden. Das gesamte Sanierungsvolumen belief sich auf knapp 400 000 Euro.

Wie hoch die Kosten bei der neuerlichen Sanierung seien werden, ist noch unklar aber man bewege sich sicherlich im sechsstelligen Bereich, schätzt Pfarrer und Bauausschussvorsitzender Christoph Holland-Letz. Einen Zuschuss erhofft sich die Kirchengemeinde vom Land Hessen, der Denkmalpflege, von der evangelischen Landeskirche Kurhessen-Waldeck und der Bundesregierung für den Erhalt eines "Baudenkmals von nationaler Bedeutung". So wurde zumindest in der Vergangenheit der finanzielle Grundstock gelegt.

Die Planung läuft bereits, aber es wird voraussichtlich noch bis Mitte nächsten Jahres dauern, bis mit den Arbeiten begonnen werden kann, so Bauplaner Johann Heinrich Berghöfer. Der Sandstein samt Verfugung muss saniert werden. Festzustellen sei ein Zerfall des Sandsteins, die Fugen seien zum Teil desolat. Deshalb müssten die Steine konserviert und neu ausgefugt werden, damit kein Wasser mehr eindringen kann. Außerdem erfahre die Fassade eine Aufwertung durch die Reinigung, durch die Ergänzung weggebrochener Fragmente und durch farbliche Retuschierung.

Von Melanie Triesch

Quelle: HNA

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