Rallye-Abenteuer beginnt: Zwei Frankenauer fahren nach Jordanien

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Die letzten Sachen werden in das Auto gepackt: Die Frankenauer Holger und Doris Kaufmann starten heute mit ihrem Mercedes-C-Klasse-Kombi in das Abenteuer „Rallye Allgäu-Orient“.

Frankenau. Mehr als 7000 Kilometer liegen vor ihnen. Die Frankenauer Doris und Holger Kaufmann brechen am heutigen Samstag in Richtung Oberstaufen auf. Dort startet am Sonntag die Rallye „Allgäu-Orient" nach Amman in Jordanien (HNA berichtete). Wie die Stimmung so kurz vor dem Start ist, darüber hat das Ehepaar mit der HNA gesprochen.

Wie geht es Ihnen so kurz vor der Abfahrt? 

Holger Kaufmann: Es kribbelt richtig und die Spannung steigt. Wir freuen uns auf die Rallye. Vor einigen Wochen waren wir noch deutlich entspannter, jetzt sind wir schon ziemlich aufgeregt.

Haben Sie auch Angst vor der Aufgabe, schließlich fahren sie auch durch ärmere Länder und werden mitunter deutlich schlechtere Straßenverhältnisse vorfinden als in Deutschland? 

Holger Kaufmann: Angst haben wir nicht. Unser Auto ist für die Rallye sehr gut präpariert. Wir haben Stahlgleitschützer unter den Wagen gebaut, die uns unter anderem vor scharfen Steinen schützen sollen. Außerdem haben wir einen Schutzbügel vor der Motorhaube installiert. Mit dem können wir auch mal das eine oder andere Auto, das Probleme hat, wieder anschieben.

Doris Kaufmann: Angst ist tatsächlich das falsche Wort. Wovor ich aber großen Respekt habe, sind die Übernachtungen im Zelt auf Luftmatratzen und im Schlafsack. Dass wir das gemacht haben, liegt ja schon einige Jahre zurück. Und eine Dusche gibt es ja auch nicht immer.

Schlafen Sie überwiegend im Zelt? 

Doris Kaufmann: Das hängt auch vom Wetter ab. Wir haben noch eine große Plane, die wir über alle drei Autos spannen können und unter die wir uns dann drunter setzen oder legen können. Wenn es zu nass ist, werden wir auch im Auto schlafen.

Holger Kaufmann (lacht): Wir haben zwar noch keine Nacht probeweise im Auto geschlafen, aber uns schon mal kurz reingelegt. Das passt schon. In Rumänien geht auch schon einiges an Gepäck aus dem Auto raus. Dort werden wir ja Sachspenden an zwei Kinderheime übergeben.

Die Rallye führt sie zunächst durch Österreich, Ungarn, Rumänien und Bulgarien nach Istanbul in die Türkei. Waren Sie schon einmal in diesen Ländern und kennen Sie das Verkehrs- und Straßennetz?

Doris Kaufmann: Nein, in diesen Ländern waren wir noch nicht. Das ist für uns völlig neu. 

Holger Kaufmann: Wir haben aber vom ADAC ein entsprechendes Tour-Paket bekommen und konnten uns so über die Straßenverhältnisse , aber auch über die Sitten und Gebräuche in diesen Ländern informieren. Allerdings gab es diese Infos nicht für die Länder Israel und Jordanien, durch die wir später ja noch fahren.

Der Rallye-Plan sieht vor, dass es innerhalb von drei Tagen von Oberstaufen nach Istanbul gehen muss. Das ist schon ein straffes Programm. Wie schafft man das? 

Doris Kaufmann: Indem wir in dieser Zeit die halben Nächte durchfahren.

Holger Kaufmann: Deswegen haben wir auch etwas mehr Licht am Auto. Auf dem Dach haben wir extra weitere Scheinwerfer installiert.

Besteht die Gefahr, dass sie disqualifiziert werden, wenn sie bestimmte Ziele nicht in vorgegebener Zeit erreichen? 

Holger Kaufmann: Nicht direkt. Die Start- und Zielpunkte sind vorgegeben. Wir sind aber schon sehr stark auf uns alleine gestellt und entscheiden selbst, welche Routen wir wann fahren. In der Türkei müssen wir dann verschiedene Aufgaben lösen, wie beispielsweise zusammen mit den anderen Rallyeteilnehmern einen Weltrekord schaffen. Worum es dabei geht, erfahren wir aber erst vor Ort.

Doris Kaufmann: Wichtig ist, dass wir in der Türkei den Hafen Mersin rechtzeitig erreichen. Dort werden die Autos auf Schiffe geladen und nach Israel gebracht. Wir fliegen von dort aus mit dem Flugzeug nach Tel Aviv, weil wir nicht mit der Fähre mitfahren dürfen. Angeblich haben die Israelis Angst davor, dass Menschen illegal über die Fähre in ihr Land eingeschleust werden. In Israel nehmen wir unsere Autos dann wieder in Empfang und setzen die Rallye nach Jordanien fort.

Ist der Bürgerkrieg in Syrien der Grund für den Routenverlauf mit zwischenzeitlichem Flug- und Schiffstransport? 

Holger Kaufmann: Ja. Die Rallye gibt es seit zehn Jahren und das Ziel war und ist immer Amman. Anfangs ging es auch noch durch Syrien, das ist jetzt aber viel zu gefährlich.

Was ist das Wichtigste, das sie an Bord haben? 

Holger Kaufmann: Das Wichtigste ist das Auto und dass dieses die Rallye übersteht. Und ein Wasserkanister darf natürlich nicht fehlen. Gerade in der jordanischen Wüste, wo es sehr heiß sein wird, müssen wir immer genug Flüssigkeit haben.

Was Frankenaus Bürgermeister Björn Brede den Kaufmanns mit auf die Reise gegeben hat und welchen Wohltätigkeits-Hintergrund die Rallye hat, lesen Sie in der gedruckten Samstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Quelle: HNA

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