Frankenberg

„Rapsöl hat noch ein Imageproblem“

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- Frankenberg-Haubern (apa). Olivenöl ist buchstäblich in aller Munde – Rapsöl noch lange nicht, obwohl es durch seine Inhaltsstoffe mindestens genauso gesund ist wie das Öl vom Mittelmeer und gut schmeckt. Um für das heimische Produkt zu werben, ist Rapsblütenkönigin Monika I. unterwegs in Hessen.

Monika I. machte am Mittwoch Station in Haubern, um sich dort über die Ölmühle zu informieren und für die vor Ort produzierten Produkte aus Rapsöl zu werben. Dabei unterstützten sie Kreislandwirt Fritz Schäfer, der Vizepräsident des hessischen Bauernverbandes Heinrich Heidel und der Geschäftsführer des Frankenberger Kreisbauernverbandes Matthias Eckel.

Armin Hesse von der Vereinigung Nachwachsende Rohstoffe Haubern, die die Ölmühle betreibt, verwies darauf, dass die ursprüngliche Ausrichtung der Ölmühle – die Herstellung von Treibstoff für Autos – keine Existenzgrundlage mehr bietet, weil Rapsöl seit 2006 unter die Mineralölsteuer fällt. Rapsöl als Lebensmittel wurde dadurch zu einem wichtigen Standbein.

Doch noch ist das Öl nicht so verbreitet in den heimischen Küchen, wie es sich die Hersteller wünschen: „Rapsöl hat noch ein Imageproblem“, sagte Matthias Eckel. „Es hieß immer, es sei nicht zum Braten geeignet. Das ist Quatsch“, betont der Kreislandwirt. Das „Imageproblem“ habe sich vor allem in der Vergangenheit entwickelt, fügte Armin Hesse hinzu: Früher schmeckte Rapsöl bitter. Doch das ist längst nicht mehr der Fall. Durch säurefreie Sorten sei der bittere Geschmack Geschichte. Und auch für die Ernährung sei Rapsöl durch sein Fettsäurenmuster besser als Olivenöl, sagte Hesse. Dem stimmte Fritz Schäfer zu: „Jeder Kardiologe empfiehlt Rapsöl“.

Matthias Eckel machte durch einige Zahlen deutlich, welche Bedeutung die Pflanze im Landkreis hat: „Die in Waldeck-Frankenberg erzeugte Ölmenge entspricht etwa 550 Heizöllastern“. Rund ein Sechstel der Flächen sind mit Raps bepflanzt. Pro Hektar werden rund 1600 Liter Öl erzeugt. Davon gehen 90 Prozent in die Industrie zur Herstellung von Treib- und Schmierstoffen, nur 10 Prozent werden für Speiseöl und Margarine verwendet.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Freitag, 13. Mai

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