Rauschgift in drei Taschen: 34-Jähriger soll Drogentransport koordiniert haben

Frankenberger Land. Wegen der Einfuhr von 23 Kilogramm Marihuana und Handeltreibens mit Betäubungsmitteln hat sich ein 34-Jähriger aus dem Frankenberger Land vor dem Marburger Landgericht verantworten müssen.

Am Ende stand aber nur noch eine Verurteilung wegen Beihilfe.

Trotzdem muss der Mann zwei Jahre und zehn Monate ins Gefängnis. Die Anklage ging noch davon aus, dass der Angeklagte einer von zwei Drahtziehern des Geschäfts gewesen ist. Er soll die Drogen am 25. März dieses Jahres in den Niederlanden gekauft und tags darauf den Transport und die Übergabe an einen Kurier im südhessischen Lampertheim koordiniert haben.

Wie ein Polizeibeamter berichtete, habe es schon länger Hinweise gegeben, dass dort in großem Umfang Rauschgift umgesetzt werde. Ins Visier sei ein mutmaßlicher Dealer aus Lampertheim geraten, der wiederum zu dem Frankenberger Kontakt gehabt habe.

Der Lampertheimer habe sich eine Zeit lang in Russland aufgehalten und man habe danach jederzeit mit einem neuen großen Geschäft gerechnet. Im März sei es dann soweit gewesen, auf einem Parkplatz sei der Zugriff erfolgt. Das Rauschgift habe sich in drei großen Taschen befunden.

Vier Personen seien festgenommen worden, zwei niederländische Kuriere, eine Frau, die den Stoff abholen sollte, sowie der mutmaßliche Hintermann.

Wie der Beamte erklärte, habe letzterer wohl die Nerven verloren und sei an den Ort des Geschehens gefahren, weil sich die anderen zunächst offensichtlich verpasst hätten. Es habe Telefonate zwischen ihm und dem Angeklagten geben, in denen der Frankenberger mitgeteilt habe, wie die Personen aussehen.

Nachdem die Festgenommenen ausgesagt hatten, den Angeklagten weder zu kennen, noch mit ihm je telefoniert zu haben, brach dieser sein anfängliches Schweigen. Er habe mit dem eigentlichen Geschäft nichts zu tun. Er kenne den Lampertheimer und auch einen Niederländer, den dieser ihm vorgestellt habe. Er habe auch gewusst, dass beide in Drogengeschäfte verwickelt seien. Seine Beteiligung sei aber ein reiner Freundschaftsdienst gewesen.

Weil sein Bekannter nicht erreichbar gewesen sei, habe sich der Niederländer bei ihm gemeldet und den Ort der Übergabe beschrieben. Er habe dann lediglich alle Informationen weitergegeben. Drogen habe er nicht gekauft, es sei Zufall gewesen, dass er einen Tag zuvor in den Niederlanden gewesen sei, dort habe er legale Geschäfte abgewickelt.

Staatsanwaltschaft und Gericht glaubten ihm letztendlich, sodass der Frankenberger nur wegen Beihilfe verurteilt wurde. (kse)

Quelle: HNA

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