Aufräumaktion rund um die Wehrweide

Sie reden nicht nur, sie handeln auch

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Holger Paulus vom Betriebshof lädt die Säcke mit dem eingesammelten Müll auch den Transporter. Michael Nagel, Elke Vieth, Andre Schäfer und Lars Klein (von links) helfen ihm dabei.Foto: Lukas Scheerer

Frankenberg - Sich nicht immer nur beschweren, dass sich etwas ändern muss, sondern selbst anpacken, damit es sich ändert: Diese Einstellung vertreten Bewohner des Frankenberger Lebenshilfe-Werks - und haben darum an der Wehrweide aufgeräumt.

„Machen wir das bald wieder?“ fragt Florian Müller Martina Fackiner, Freiwilligenkoordinatorin beim Lebenshilfe-Werk im Kreis Waldeck-Frankenberg. Sie hat die Aufräumaktion an der Wehrweide organisiert und ist überzeugt: „Bestimmt machen wir das mal wieder.“

Rund ein Dutzend Bewohner der Frankenberger Wohngruppen, die dem Lebenshilfe-Werk angehören, sind voller Elan bei der Aufräumaktion dabei. Gut gelaunt laufen sie das große Gelände der Wehrweide ab und sammeln alles ein, was dort nicht hin gehört. „Wir haben ein Teil einer Kaffeemaschine gefunden, Böller und Deutschlandfahnen“, zählt Mike Ring auf. Sogar ein Klappstuhl war dabei. „Das will doch keiner, dass er darüber beim Pfingstmarkt stolpert“, sagt Ring.

„Wir haben schon länger gedacht, dass hier was passieren muss“, ergänzt Christoph Ochse. Er gehörte zu den acht Frankenberger Teilnehmern, die im August vergangenen Jahres an der Fachtagung „Wohnen“ teilgenommen haben. Diese Tagung bietet das Lebenshilfe-Werk einmal im Jahr für Menschen mit Behinderung an. „Es geht darum, sie und ihre Bedürfnisse ernst zu nehmen“, sagt Martina Fackiner. Im vergangenen Jahr war das Thema: „Wie will ich in meiner Stadt leben?“ Dabei sollten sowohl die positiven als auch die negativen Aspekte von Frankenberg aufgezählt werden.

„Es war interessant, wie sie die Stadt sehen - sie haben erst das Positive genannt“, berichtet Bürgermeister Rüdiger Heß. Zu den negativen Punkten gehörte die verschmutzte Wehrweide. Doch die acht Tagungsteilnehmer wollten sich nicht nur beschweren, sondern hatten die Idee, selbst aktiv zu werden, um die Wehrweide wieder ansehnlicher zu machen - und motivierten weitere Bewohner, sich an der Aufräumaktion zu beteiligen. Heß bedankt sich bei ihnen: „Das gibt der Gesellschaft auch etwas wieder.“ Fackiner ergänzt: „Das ist uns auch wichtig, dass behinderte Menschen nicht nur als Hilfeempfänger gesehen werden.“ Und zum Bürgermeister gewandt fügt sie hinzu: „Wir möchten gerne noch weitere Anlässe finden, bei denen wir uns in Frankenberg engagieren können.“ (sis)

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