Die Grünen-Landtagsabgeordnete Mürvet Öztürk setzt sich für einen EU-Beitritt der Türkei ein

Referentin fordert: Vorurteile abbauen

Mit Bildband und Blumenstrauß: Sektionsleiter Oberstleutnant Thomas Mauer bedankt sich bei der Referentin, der Grünen-Landtagsabgeordneten Mürvet Öztürk. Foto: Weider / nh

FRANKENBERG. Der Beitritt der Türkei zur EU ist ein heiß diskutiertes Thema. Um eine fundierte Meinungsbildung zu ermöglichen, hat sich die Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik, Sektion Waldeck-Frankenberg (GfW), entschlossen, drei Vorträge zu diesem Thema zu anzubieten.

Zum ersten Vortrag begrüßte Sektionsleiter Oberstleutnant Thomas Mauer in einem voll besetzten Saal die Landtagsabgeordnete Mürvet Öztürk, Bündnis 90/Die Grünen.

Frau Öztürk stellte ihr Bekenntnis für einen Beitritt der Türkei zur EU an den Anfang ihres Referates. Die Mehrheit der Türken in der Türkei sei ebenfalls für den Beitritt. Seit dem 2005 die Verhandlungen der EU mit der Türkei begannen, habe sich vieles in der Türkei verbessert. Als wichtige und teilweise schon sehr erfolgreiche Reformprozesse nannte Mürvet Öztürk die Menschenrechte, die Außenpolitik, speziell den Versöhnungsprozess mit Armenien, die Wirtschaft mit der Versorgung der Menschen. Im Inneren werde die Anerkennung von Minderheiten wie Kurden und Alewiten immer besser. Den Einfluss des Militärs beleuchtete Frau Öztürk sehr kritisch. Zu sehr stehe von dieser Seite aus noch der eigene Machterhalt im Vordergrund.

Die Referentin erinnerte daran, dass die EU in der Zukunft Märkte aus wirtschaftlichen Gründen benötige. Dabei sei die Türkei ein wichtiges Feld. Den Weg zum Beitritt müsse die Türkei jedoch mit weiteren Reformen ebnen. Sie müsse sich in etlichen Bereichen von innen erneuern, es müsse mehr Vielfalt zugelassen werden.

Mit großem Einsatz warb die Referentin für den Abbau von Vorurteilen durch Gespräche und gegenseitige Besuche. So lerne man sich gegenseitig kennen, könne Ängste abbauen und die Integration erleichtern.

Die Referentin hält eine Vollmitgliedschaft der Türkei für zwingend. Die Zeit bis dorthin wollte sie nicht festlegen. Zehn Jahre könne es schon noch dauern. Ein Kriterium sei auch, wann die EU für weitere Mitglieder aufnahmefähig sei. Wichtig sei, „dass die Tür offen bleibt und eine ständige Annäherung mit gegenseitigem Verständnis ausgebaut wird“, sagte die Landtagsabgeordnete der Grünen. Lang anhaltender Applaus belohnte ihren Vortrag.

Der zweite Teil des Türkei-Seminars „Perspektiven eines EU-Beitritts der Türkei – wie europäisch ist die Türkei, wie europäisch ist Europa? findet am Mittwoch, 18. November, um 19.30 Uhr im Burgwald-Kasino statt. (nh/off)

Quelle: HNA

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