Tiere sollen geschützt werden

Regeln für Osterfeuer erhitzen Gemüter - Veranstalter gegen Vorschriften

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Beliebtes Spektakel: Auch in Waldeck-Frankenberg werden zahlreiche Osterfeuer abgebrannt. Unser Archivfoto zeigt ein Feuer im Frankenberger Stadtteil Röddenau. 

Waldeck-Frankenberg. Hessenweit gibt es Ärger um die Osterfeuer, auch in Waldeck-Frankenberg: Eine Richtlinie des Landes, die auch Empfehlungen für die Vorbereitung und den Ablauf von Osterfeuern gibt, stößt bei vielen Veranstaltern auf Unverständnis.

Von „Regelungswut“ ist die Rede. Man bekomme „Knüppel zwischen die Beine“ geworfen.

Konkret: Viele Osterfeuer-Veranstalter kritisieren die Vorgabe, dass das Holz erst am Tag des Abbrennes und dann nur maximal zwei Meter hoch aufgeschichtet werden darf. Tiere, die sich verstecken könnten, sollen so geschützt werden.

„Die jetzige Orientierungshilfe ist vollkommen wirklichkeitsfremd“, sagt die FDP Waldeck-Frankenberg. Sie hat deshalb einen Resolutionsantrag gegen die Richtlinie zur nächsten Kreistagssitzung am 7. April eingebracht. Oster- und Sonnenwendfeuer seien wichtig für die Brauchtumspflege und den Zusammenhalt von Vereinen und Dorfgemeinschaften, so FDP-Kreisvorsitzender Dieter Schütz.

Zielscheibe der Kritiker ist Hessens neue Umweltministerin Priska Hinz (Grüne). Zwar wurde die „Orientierungshilfe zur Anzeige, Durchführung und Gefahrenabwehr von Brauchtumsfeuern“ im Dezember 2012 noch von der alten Landesregierung aus CDU und FDP herausgegeben. Doch den Unmut bekommt nun die grüne Umweltpolitikerin ab. Der Grund: Sie verteidigt die Orientierungshilfe und weist Kritik zurück. Dies führte dazu, dass in Osthessen bereits mehrere Traditionsfeuer aus Protest abgesagt wurden.

Der Landkreis Waldeck-Frankenberg gibt für Osterfeuer keine Empfehlung, dafür sind die Kommunen als Ordnungsbehörde zuständig. Die Stadt Frankenberg ist beispielsweise mit Osterfeuern in „althergebrachter Form“ einverstanden, heißt es aus dem Ordnungsamt. Das Osterfeuer muss bei der Stadt angemeldet und die Verantwortlichen müssen benannt werden, ebenfalls der Ort und die Menge des Brandmaterials.

Eine Reglementierung zur Höhe gibt es nicht, das Osterfeuer sollte aber nicht höher als zwei Meter sein. Es sollte auch erst am Ostersamstag aufgebaut werden. Wurde das Material vorher angeliefert, sollte es umgeschichtet werden, damit Tiere noch flüchten können.

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Quelle: HNA

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