300 Rehkitze kommen jährlich im Landkreis beim Mähen zu Tode

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Waldeck-Frankenberg. Die Geburt vieler Wildtiere fällt in die Zeit, in denen Landwirte ihre Wiesen mähen. Etwa 300 Rehkitze kommen dadurch in Waldeck-Frankenberg pro Jahr zu Tode.

Diese Zahl nannte Matthias Eckel, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Frankenberg. Grund dafür sei, dass sich die Tiere im Schutz des hohen Grases abducken, statt zu flüchten.

Die Population der Rehe sei durch die Landwirtschaft nicht bedroht, betont Eckel, der neben seiner landwirtschaftlichen Tätigkeit auch Jäger ist. „Wir schießen 8500 Rehe im Jahr.“ Das Problem der hauptsächlich durch Kreiselmäher verletzten oder getöteten Kitze will Eckel jedoch nicht klein reden: „Kein Landwirt macht das gern.“

Das Veterinäramt des Landkreises Waldeck-Frankenberg hat einige Ratschläge veröffentlicht. Demnach sollten Landwirte Wildscheuchen aufstellen, Flatterbänder anbringen und die zu mähenden Wiesen absuchen oder - noch besser - am Vorabend durch einen Jäger mit Hund absuchen lassen. „Allein der Geruch des Hundes vertreibt die Ricke“, weiß Matthias Eckel und appelliert an seine Berufskollegen, mit dem jeweiligen Jagdpächter abzusprechen, wann gemäht werden soll.

„Wo es geht“ sollten Landwirte ihre Wiesen von innen nach außen mähen, empfiehlt das Veterinäramt. Dadurch hätten die Tiere eine Chance, vor den landwirtschaftlichen Schleppern auf Nachbarflächen zu flüchten.

„Das funktioniert aber nur bei älteren Kitzen. In den ersten 14 Tagen nach der Geburt bleiben die Jungen liegen“, weiß Matthias Eckel. Sich klein zu machen, sei ein Schutzmechanismus, der sich in der Evolution durchaus bewährt habe - bis zur Erfindung des Kreiselmähers.

Direkten Kontakt mit den Rehkitzen gilt es zu vermeiden. „Man sollte Rehkitze nur mit einem Büschel Gras oder Gummihandschuhen anfassen“, rät Matthias Eckel.

Quelle: HNA

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