„Thüringer Symphoniker“ begeistern mit klassischen Klängen in der Frankenberger Liebfrauenkirche

Reise durch „musikalische Metropolen“

Der Dirigent der „Thüringer Symphoniker“, Oliver Wede, verneigte sich am Ende des Konzerts stellvertretend für sein Orchester vor dem Publikum in der Liebfrauenkirche.Marco Steber

Frankenberg - Mit dem Konzert in der Reihe „Hör mal im Denkmal“ begann auch das neue Programm des Frankenberger Kulturrings.

Die „Thüringer Symphoniker“ aus Saalfeld und Rudolstadt waren am Freitagabend wieder zu Gast in der Ederstadt. Ihr Konzert bildete den Auftakt der neuen Spielzeit des Kulturrings und begeisterte die Zuhörer klassischer Klänge in der Liebfrauenkirche.

Der Vorsitzende des Kulturrings Werner Bistritz nannte das Auftaktkonzert eine „liebgewonnene Tradition“ und freute sich, ein solch „ehrenwertes Orchester“ begrüßen zu dürfen. Bereits 1635 wird die „Rudolstädter Hofkapelle“ erwähnt, die 1992 mit dem 40 Jahre alten staatlichen Sinfonieorchester der Nachbarstadt Saalfeld zusammengeschlossen wurde. Bistritz verwies auf die stets gute Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde - Dekanin Petra Hegmann und Kantor Daniel Gárdonyi waren am Abend unter den Gästen.

Als Kammerorchester

Unter der musikalischen Leitung von Oliver Weder begeisterten die in Kammerorchester-Besetzung angetretenen Symphoniker die Zuhörer im Kirchenschiff. Der gebürtige Frankfurter steht dem renommierten Orchester seit 1997 vor.

Unter dem Motto „Musikalische Metropolen“ eröffneten die Musiker das Konzert mit einem Stück des heute eher unbekannten Komponisten Traugott Maximilian Eberwein, einem Hof-Kapellmeister in Rudolstadt. In einer „Ouvature à grand Orchestre in C-Dur“ waren zu Beginn des Stücks die Streicher, die sehr sanft in den Abend einführten. Nach und nach stimmte dann der Rest des Ensembles mit ein.

Das zweite Stück war gleichzeitig der Höhepunkt des Abends: Beim „Konzert für Horn und Orchester Nr. 2 in E-Dur“ des aus München stammenden Richard Strauss begeisterte der finnische Hornsolist Anssi Kinnunen. Zunächst, begleitet von zarten Geigentönen, überzeugte er in einer der schwersten Passagen, die es für Hornsolisten gibt. Dirigent Weder bezeichnete das Stück als „sehr mächtig“ und zeigte sich beeindruckt von der Auswahl Kinnunens. Er ist erst seit dem vorigen Jahr Solohornist bei den „Thüringer Symphonikern“. Für sie habe die Saison Anfang September begonnen. Die Akustik der Liebfrauenkirche schätzt Weder sehr. Dies sei mit ein Grund dafür, warum die „Thüringer Symphoniker“ in gewissen Abständen immer wieder gerne nach Frankenberg kämen.

Nach einer kurzen Pause widmete sich das Orchester dann Wolfgang Amadeus Mozart. Die „Sinfonie in D-Dur“ - im Köchelverzeichnis die Nummer 504 - bildete den Abschluss des Konzerts. Sie ist auch bekannt als die „Prager Sinfonie“. Die heiteren Geigenklänge des Meisterkomponisten nahmen die Zuhörer mit in die ehemalige Hauptstadt Böhmens. Starker Applaus brandete auf, als der letzte Ton verstummte.

Werner Bistritz verwies am Ende des Konzerts noch einmal auf die nächsten Termine des Kulturrings. Insgesamt seien 14 Aufführungen geplant. Darunter seien vier weitere Konzerte, unter anderem mit dem Marburger Kammerorchester, dem Pianosolisten Christoph Soldan und dem Pianistinnen-Duo „Queenz of Piano“.

Die Reihe „Hör mal im Denkmal“ läuft zum „Tag des offenen Denkmals“, bei dem gestern wieder zahlreiche Museen Aktionen für die Besucher vorbereitet hatten - im Frankenberger Land in Gemünden, Allendorf und Battenberg. Die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen unterstützt die Konzerte.

Von Marco Steber

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