„Reise durch Zeit und Raum“

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- Frankenberg (da). Bei ihren zwei Konzerten in der Kulturhalle war den Mitgliedern des Orchesters der Edertalschule die Freude an der Musik anzusehen – und das machte auch das Zuhören zu einem Vergnügen.

Es muss nicht immer um Klassik, Barock oder Romantik gehen, wenn ein Sinfonieorchester spielt. Das Orchester der Edertalschule spielte in seinen beiden Konzerten in der Kulturhalle auf einen besonderen Vertreter der Moderne hin: Arturo Márquez‘ „Conga del fuego nuevo“ bildete den Abschluss des regulären Konzertprogramms mit spielfreudigen Musikern, die stehend und tanzend fidelten und bliesen. Da machte das Zuschauen mindestens so viel Spaß wie das Zuhören.

Das Konzertprogramm bot aber mehr: Stücke aus verschiedenen Epochen und aus verschiedenen Regionen. „Reise durch Zeit und Raum“ war deshalb das Motto des Konzerts – was allerdings wahrscheinlich für alle Auftritte der vergangenen vier Jahrzehnte gelten kann. Das Orchester um seinen Leiter Markus Wagener glänzte mit sehr gutem und harmonischem Zusammenspiel und zeigte ganz offen, dass es immer wieder herausragende Musiker hervorbringt.

Die Solo-Konzerte waren deshalb die musikalischen Höhepunkte – allen voran Carolin Blabl mit dem ersten Satz aus Haydns Violinkonzert in G-Dur, den sie technisch versiert bis hin zur anspruchsvollen Kadenz vortrug. Ebenso versiert agierte Fabian Schultz, der am Donnerstag erst in Mozarts Posthornserenade das Posthorn spielte und im zweiten Teil in Joseph Haydns Trompetenkonzert brillierte – ebenso ein sehr forderndes Werk, das für junge Musiker eine echte Herausforderung darstellt. Schultz spielte das Solokonzert auswendig.

Dritter Solist war Philipp Guthardt, der mit Ernst Sachses Posaunenkonzert einen echten Dauerbrenner im Programm des Schulorchesters darbot. Auch er beherrschte die technisch anspruchsvollen Passagen gut. Den Abend eröffnet hatte die Big Band unter der Leitung von Torsten Herguth. Theresa Scholl sang Donna Summers Disco-Hit „She works hard for the money“. Die Band – samt E-Bass und Gitarre – spielte treibend und rhythmisch und baute das bei einem Medley der „Blues-Brothers“-Hits noch aus.

Eine Zusammenstellung von Stevie-Wonder-Klassikern mit Hits wie „Isn‘t she lovely“ oder „Sir Duke“ zeigte aber auch, wo die Grenzen für eine Schüler-Combo liegen – schließlich tun sich mit solch schwierigen Rhythmen deutlich erfahrenere Musiker schwer. Bei der Filmmusik „Harry at Hogwarts“ spielten ausschließlich Bläser und Schlagwerk – die Schüler machten auch als Blasorchester eine gute Figur, wobei das Holz etwas zu sehr dominierte.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Samstag, 09. April.

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