Esstheater in Battenberger Burgberghalle

Reise in die Zeit des Wirtschaftswunders

Battenberg - Ein Wiedersehen mit Peter Frankenfeld und Heinz Rühmann: Dario Weberg und Indra Janorschke schlüpften in viele Rollen aus der Wirtschaftswunderzeit. Zum Theater wurden kulinarische Köstlichkeiten serviert.

Eine Zeitreise in die Zeit des deutschen Wirtschaftswunders in den Fünfziger-Jahren erlebten die 110 Besucher des vierten Esstheaters in der Burgberghalle. Indra Janorschke und Dario Weberg vom Litera-Tour Theater aus Dortmund waren auf Einladung des Arbeitskreises Burgberghalle wieder nach Battenberg gekommen. Sie präsentierten ihr Programm „Pack die Badehose ein – Mit der Vespa nach Rimini“.

Die Ernsthäuser Burgwaldstuben servierten dazu ein abwechslungsreiches „Fünf-Gänge-Menü“. Nach dem Intro „Pack die Badehose ein“ folgte eine humorvolle kurzweilige Präsentation der größten Hits und medialen Meilensteine der Zeit zwischen 1950 und 1959. Dario Weberg spielte den Gästen die Liveübertragung des Fußball-WM-Endspiels von 1954 in Bern ein. „Die Jüngeren unter ihnen erinnern sich sicher noch“, bemerkte er augenzwinkernd.

Die beiden Schauspieler aus dem Ruhrgebiet berichteten von den Kultobjekten der Fünfziger und den ersten Deutschen, die wieder in den Urlaub fuhren. „1956 waren bereits 450000 Deutsche unterwegs in den Sommerurlaub, mit Vespa, Zelt und Kölnisch Wasser nach Rimini“.

Als „Heinz Erhardt“ berichtete Weberg von seinen Eindrücken im Urlaub. „Das Meer ging direkt bis an den Strand und verlief dann im Sand“, erinnerte er sich. Auch der „deutsche Haushalt“ wurde angesprochen. „Mutti ist die Beste und gehört an den Herd“, war das Motto der „Fünfziger“, Braten gab es nur sonntags und auf Feierlichkeiten einen „Mettigel“.

Dario Weberg schlüpfte unter anderen auch in die Rollen von Heinz Rühmann als „Hauptmann von Köpenick“ oder „Unteroffizier“ Peter Frankenfeld, der der „Stube 53“ die Ballistik erklärte. Militärisch streng befahl er „Ruhe“, als die Besucher des Esstheaters wegen seines Beitrages lachten und klatschten. Auch die Musik spielte eine wichtige Rolle. Jana Janorschke sang viele Klassiker der „Fünfziger“. „Ich will keine Schokolade“, „Liebeskummer lohnt sich nicht“ oder „Schuld war nur der Bossa Nova“ waren nur einige der unvergessenen Hits. Dario Weberg spielte und sang den „Kriminaltango“.

Auch die Kinoerfolge der damaligen Zeit kamen in Erinnerung. „Hallo, hier spricht Edgar Wallace“, tönte es durch die Burgberghalle. „Blacky“ Fuchsberger, Klaus Kinski und Horst Buchholz hießen die ersten Stars dieser Epoche. Aufklärungshinweise der damaligen Zeit wurden auch vom Schauspielduo des Litera-Tour Theaters angesprochen. „Von Küssen wird man nicht schwanger“ und die Geschichte von den „Bienchen“ nannten sie als Thesen dieser Zeit. Erst gegen Mitternacht endete ein abwechslungsreicher Abend mit humorvoll anspruchsvollem Theater und leckerem Essen. (de)

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