Neues Technologiezentrum

Rekord-Investition bei Viessmann

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Allendorf (Eder) - Mit einem Investitionsvolumen von 50 Millionen Euro, der größten Einzel-Investition der Unternehmensgeschichte, entsteht am Viessmann Unternehmensstammsitz in Allendorf ein innovatives . Es ist als Forschungs- und Entwicklungszentrum geplant.

Es ist das zweite millionenschwere Bekenntnis zu Waldeck-Frankenberg als Wirtschaftsregion innerhalb weniger Tage: Erst hat Continental seine Pläne bekanntgegeben, für 40 Millionen Euro ein Technologiezentrum und eine kleine Fabrik für Spezialreifen im Korbacher Werk zu errichten (FZ berichtete), da folgt der größte Arbeitgeber der Region. In Allendorf entsteht ein Viessmann-Technologiezentrum, unternehmensintern Technikum genannt. Die Investitionssumme: rund 50 Millionen Euro. Das Technikum ist als Forschungs- und Entwicklungszentrum geplant und soll im Geiste des Unternehmens-Slogans „Climate of Innovation“ interdisziplinäres und kreatives Arbeiten fördern. Viessmann verfolgt als Europas größter Heiztechnikhersteller und laut Selbstbild „technologischer Schrittmacher der Branche“ mit dem neuen Technikum das Ziel, seine Führungsposition zu festigen und weiter auszubauen. „Wir sehen die Maßnahme als große Investition in die Zukunft des Unternehmens, die unsere Position auf den weltweiten Märkten weiter stärken wird“, sagt Pressesprecher Jörg Schmidt.Das neue Gebäude, dass laut Schmidt innerhalb des Werksbereiches I entsteht und dort die Nutzung der bereits bestehenden Flächen optimieren soll, ist als Technologiezentrum für alle am Entstehungsprozess neuer Produkte beteiligten Bereiche konzipiert. Im Technikum sollen sämtliche Entwicklungs- und Innovationsarbeiten gebündelt, betriebsintern transparent gemacht und somit optimiert werden. „Es dient als zentrales Bindeglied zwischen Forschung und Entwicklung, dem Produkt- sowie dem Qualitätsmanagement und der Serienfertigung“, sagt Schmidt.

„Erfolgspotenzial“ der deutschen Wirtschaft

Dass dieses Bindeglied am Stammsitz in Allendorf und nicht an einem der mehr als 20 ausländischen Produktionsstandorte aufgebaut wird, hat laut Schmidt gute Gründe: „Die deutsche Wirtschaft verfügt über ein erhebliches Erfolgspotenzial“, sagt er. Deutschland sei zwar ein rohstoffarmes Land, gleiche dies aber durch die „Ressource Know-how“ und durch vollständig erhaltene Wertschöpfungsketten wieder aus. „Das gilt besonders für die Heiztechnikbranche, in der deutsche Technik hierzulande einen Marktanteil von 90 Prozent, in Europa von 60 Prozent hat“, sagt der Pressesprecher. „Durch diesen innovativen Neubau wird die kontinuierliche Verbesserung nicht nur der Entwicklungsprozesse, sondern auch der Produktqualität und -Effizienz sichergestellt“, erläutert Verwaltungsratsmitglied Dr. Klaus-Peter Kegel den finanziell nicht unerheblichen Schritt. Dafür ist das nach Unternehmensangaben „hochtechnisierte“ Technologiezentrum in mehrere Bereiche aufgeteilt. So sollen in einem Teilbereich des Technikums etwa System- und Komponententests die Produktentwicklung vom Prototyp bis zur Serienreife begleiten. Um dabei eine höchstmögliche Flexibilität zu gewährleisten, stehen mehr als 100 Prüfplätze für die Entwicklung sowie mehr als 200 Prüfstände zum Nachweis der Lebensdauer von Produkten zur Verfügung. Diese ermöglichen die Messung und Analyse von Leistung, Abgaswerten und Schallemissionen verschiedenster Typen von Wärmeerzeugern und Kraft-Wärme-Kopplungssystemen. Darüber hinaus können Zulassungsprüfungen gemäß nationaler und internationaler Normen sowie praxisnahe Langzeittests vorgenommen werden.Da all das nicht in völliger Stille geschieht, sollen in der zentralen Halle des Gebäudekomplexes aufwendige Schallschutzarbeiten umgesetzt werden, um Teamsitzungen oder Präsentationen direkt an den Prüfinseln abhalten zu können. Denn gerade die kurzen Wege innerhalb des Technikums sollen die abteilungsübergreifende Arbeit ausmachen. So verfügt das Technikum auch über eigene Seminarräume, in denen Mitarbeiter, beispielsweise des Viessmann-Vertriebs, bereits in der Entwicklungsphase für die Markteinführung neuer Produkte geschult werden können, aber auch ihre Erfahrungen aus dem direkten Kundenkontakt in das Produktdesign einfließen lassen können.

Neue Werkszufahrt für die Bauarbeiten

Bei Viessmann wird der Neubau als große Investition in die Zukunft des Unternehmens gesehen. Gleichzeitig sei es ein weiteres deutliches Bekenntnis zum Standort, zur Sicherung der Arbeitsplätze in Allendorf und zur Unterstützung heimischer Firmen, die bei der Vergabe der Bauaufträge vorrangig berücksichtigt werden sollen. Ob jedoch weitere Arbeitsplätze entstehen, sei offen, erklärte Schmidt: Dies hänge von der Marktlage und der Unternehmensentwicklung ab. Doch nach der Umstrukturierung werde jeder bestehende Arbeitsplatz gebraucht.Die Fertigstellung des Viessmann-Technikums ist für das Jahr 2017 geplant - die Vorarbeiten haben bereits begonnen. Während der Bauphase muss laut Schmidt eine zusätzliche Zufahrt zum Werksgelände geschaffen werden. Der Bauverkehr läuft über den zum südlichen Teil des Werksgeländes. Darüber wurden betroffene Anwohner bereits im Rahmen einer gemeinsamen Bürgerinformationsveranstaltung mit der Gemeinde informiert.(gl/r)

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