Aus dem Frankenberger Land in die Welt

Rennertehäuserin Kathrin Rousk ist in Schweden dem Moos auf der Spur

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Betreibt im Sommer bei der Feldarbeit Grundlagenforschung: Kathrin Rousk erforscht Moose in Nordschweden. Die sind unter anderem gute Bioindikatoren für Umweltverschmutzung und wichtige Stickstofflieferanten für ihr Umfeld.

Rennertehausen/Malmö. In unserer neuen Serie stellen wir Auswanderer vor, die sich dem Frankenberger Land noch immer verbunden fühlen. In der ersten Folge geht es um Wissenschaftlerin Kathrin Rousk.  

Ohne Moos wäre im Leben von Kathrin Rousk nicht viel los. Oder zumindest würde sie dann wahrscheinlich noch in Deutschland und vielleicht sogar in Rennertehausen wohnen und nicht in Schweden. Denn Kathrin Rousk ist Biologin und erforscht Moose, oder genauer, die auf dem Moos lebenden und Stickstoff verstoffwechselnden Bakterien. Diese Moose wachsen hauptsächlich in Nordschweden.

„Ich wollte eigentlich nie auswandern. Aber dann ist das Leben passiert“, erklärt die 34-Jährige. Aber von vorne: Kathrin Rousk, damals noch Ackermann, wuchs im Oberen Edertal auf. Nach dem Abitur 2002 an der Edertalschule machte sie ein Freiwilliges Ökologisches Jahr in Wilhelmshaven. „Auch weil ich immer mal ans Meer und in den Norden wollte.“ Im Nationalparkzentrum führte sie Watt-Exkursionen und informierte Schülergruppen.

Für das Studium kehrte sie aber in die alte Heimat zurück. Oder zumindest fast: Sie studierte Biologie an der Uni Marburg. „Dort hätte ich auch promovieren können. Aber ich wollte noch mal woanders hin, etwas Neues lernen und ausprobieren“, erklärt sie. Die Wahl fiel auf Großbritannien, auch wegen der Sprache. Sie suchte gezielt nach Doktorandenstellen und wurde in Bangor in Wales fündig.

Fast drei Jahre lebte sie dort, eigentlich mit dem Plan wieder nach Deutschland zurückzukehren. Doch dann passiert es: Kathrin Ackermann traf ihren heutigen Mann Johannes Rousk. Der ist Schwede mit einer festen Stelle an der Universität Lund. Eine Fest-Anstellung ist im Wissenschaftsbetrieb nicht die Norm: „Wir wollten auch nicht beide bei Null anfangen“, erklärte sie und zog nach Schweden.

Im Januar 2014 wechselte sie die Uni und das Land. Seitdem pendelt sie jeden Tag über den Öresund nach Kopenhagen: Dort hat sie an der Uni eine Assistenzprofessur inne. Ihr Haus steht im südschwedischen Malmö – wie einst gewünscht, im Norden, „fünf Minuten vom Meer entfernt“. Ob sie je wieder nach Deutschland zurückkehrt? Gerade hat die 34-Jährige ein neues Forschungsprojekt der dänischen Forschungsgemeinschaft mit einer Laufzeit von vier Jahren an Land gezogen. „Mal schauen“, sagt sie. Aber mindestens drei Besuche pro Jahr in der alten Heimat sind ein Muss. Wegen der Familie, des guten deutschen Brotes und seinen Bäckern sowie den Wäldern. „Einst habe ich mich nach der Weite gesehnt. Jetzt vermisse ich die schönen Wälder hier. Das ist schon verrückt.“

Kennen Sie auch jemanden, der schon mehrere Jahre im Ausland lebt oder sind selbst Auswanderer und wollen uns Ihre Geschichte erzählen? Dann melden sie sich bei uns unter frankenberg@hna.de

Quelle: HNA

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