Dorothea Wagener aus Frankenberg hat sieben Wochen lang bewusster gelebt

Resümee am Ende der Fastenzeit

+
Sieben Wochen lang hat Dorothea Wagener auf manches verzichtet und dadurch bewusster gelebt. Foto: Andrea Pauly

Frankenberg - Die Fastenzeit ist beinahe vorbei. "Sieben Wochen ohne" lautet das Motto. Für Dorothea Wagener ist weniger mehr: Denn der Verzicht bewirkt überraschend viel Gutes.

Auf Gewohntes und Ungesundes zu verzichten - das hatte sich Dorothea Wagener vorgenommen. Anfangs ging es vor allem um ihre heißgeliebten Chips - fettige Nervennahrung, die sie nach einem stressigen Tag besonders gern isst. Der Frankenbergerin ist völlig klar, dass die frittierten Kartoffelscheiben nicht gesund sind - und deshalb verzichtete sie darauf, ebenso wie auf Wurst. Auch den Fleischverzehr reduzierte sie in den vergangenen Wochen drastisch.

Seit vielen Jahren nimmt sie die Fastenzeit zum Anlass, etwas wegzulassen und Gewohnheiten zu reflektieren. „Ich mache das, um ein bisschen gesünder und bewusster durchs Leben zu gehen“, sagt sie. Und immer wieder nehme sie daraus mit, „dass es möglich und wichtig ist, so etwas durchzu-ziehen“.

Bewusster zu leben bedeutet, sich mehr Gedanken zu machen: „Man überlegt zum Beispiel, was in Lebensmitteln ist.“ Statt Fertigprodukten kocht sie frisch, würzt selbst. Das dauert allerdings länger.

Aber nicht nur sie und ihr Mann, sondern auch ihre vier Kinder (13, 12, 8 und 5 Jahre) finden es gut, „weil ich dann auch mal andere Rezepte ausprobiere und etwas anderes koche als das, was sie kennen“, erzählt Dorothea Wagener.

Fasten heißt für sie aber nicht nur, auf bestimmte Lebensmittel zu verzichten, sondern auch, alltägliche Dinge zu hinterfragen. Sie richtete ihren Blick auf das, was sonst schnell als selbstverständlich hingenommen wird: Auf die positive Wirkung von Blüten und Pflanzen im Haus und im Garten, auf die Gesundheit, auf die Zeit.

Fasten kann auch ein Mehr bedeuten: So backte die Frankenbergerin einen Kuchen - ohne konkreten Anlass, aber gewollt mit einfachen Zutaten, und freute sich über die Begeisterung ihrer Familie über diese unerwartete Süßigkeit. Sie kochte nach alten Familienrezepten und weckte dadurch Erinnerungen.

Und sie nahm sich mehr Zeit: Zum Kochen, zum Fotografieren, zum Rausgehen und zum Briefeschreiben. Sie bremste sich selbst und ihren stressigen Alltag ganz bewusst aus. „Dafür ist die Fastenzeit eine gute Zeit“, sagt Dorothea Wagener.

Der christliche Glaube ist für sie zwar der Anstoß, aber nicht der einzige Grund für diese besondere Form des Verzichts und der Aufmerksamkeit. Denn obwohl sie aus einer Pfarrersfamilie komme, sei dort nicht gefastet worden. „Es geht darum zu erkennen, wie gut es uns geht, und uns dafür zu bedanken, dass wir gesunde Kinder haben“, sagt sie.

Jetzt, am Ende der Fastenzeit, ist sie stolz, wieder durchgehalten zu haben. Die Erfahrungen dieser sieben Wochen werden - wie immer - ein bisschen nachklingen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare