Marburg

Rettungskarte soll Rettungskräften bei Unfällen helfen

- Marburg (r).Eine Rettungskarte, die Rettungskräften bei Unfällen helfen soll, stellte die Freiwillige Feuerwehr Marburg-Mitte vor.

Die Sicherheitsstandards für Fahrzeuge haben sich in den vergangenen Jahren stetig verbessert. Für Rettungskräfte kann diese moderne Sicherheitsausstattung jedoch auch negative Folgen haben. „Die steigende passive Sicherheit führt zu Problemen bei der Feuerwehr, wenn schwere Unfälle passiert sind“, erklärt Dirk Bamberger, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Marburg-Mitte. Gemeint ist damit vor allem die Verstärkung der Fahrgastzelle. So sorgen Verstrebungen in den Türen für einen verbesserten seitlichen Schutz, Dächer sind stabiler geworden, und die gesamt Konstruktion ist belastbarer geworden. Diese Verstärkungen führen zu Problemen bei Rettungskräften, wenn verunglückte Personen nur noch durch den Einsatz von hydraulischen Schneidgeräten geborgen werden können.

Erweitert wird dieses Problem, da die Sicherheitsausstattungen bei unterschiedlichen Fahrzeugtypen und Baujahren verschieden sind. Aus diesem Grund hat der ADAC vor zwei Jahren die Idee der Rettungskarte ins Leben gerufen. Auf einem Schaubild sind Informationen über mögliche Schneid- und Druckpunkte, Airbagzonen und der Standort der Batterie abgebildet. Die Einsatzkräfte können so auf einen Blick erkennen, wo „Schwachstellen“ sind, durch die eine schnelle Bergung möglich ist. Diese Karten werden vom jeweiligen Hersteller erstellt und hinter der Sonnenblende im Fahrzeug deponiert. „Der Ort ist sehr günstig, da bei 90 Prozent der Unfälle die Blende erhalten bleibt und durch zerstörte Fensterscheiben gut zu erreichen ist.“

Auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt wurde das Thema bei einem Fachsymposium diskutiert. „Personenrettung aus Fahrzeugen heute“ lautete das Motto, wobei auch die Hersteller der Fahrzeuge weitere Unterstützung für die Rettungskarte zusagten. Bereits jetzt bieten Automobilkonzerne auf ihren Internetseiten die Rettungskarten zum Download an. Ziel sei es jedoch, dass alle Neuwagen bei ihrer Auslieferung serienmäßig mit der Karte ausgestattet würden. Zudem sollen die Rettungskräfte zukünftig über einen einheitlichen Aufkleber, der auf der Frontscheibe angebracht ist, auf die Rettungskarte hingewiesen werden. „Es gibt die Befürchtung, dass die Verbreitung schleppend vorangeht“, sagte Bamberger. „Die Rettungskarte schenkt den Einsatzkräften wertvolle Minuten, die Leben retten können.“

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