Konzert in der Emmauskapelle

Rindt-Orgel und Diskant-Gambe

Hatzfeld - Das Ensemble, das sich dem kulturellen Vermächtnis von Renaissance und Barock verschrieben hat, begeisterte das Publikum besonders mit seinem harmonischen Zusammenspiel, das sich in den gemeinsam vorgetragenen Stücken für Virginal und Viola da Gamba zeigte.

Das „Marais Consort“ gastierte in der Besetzung Hans-Georg Kramer (Viola da Gamba) und Ingelore Schubert (Virginal und Rindt-Orgel) in der Hatzfelder Emmauskapelle. Ihr absolutes Können zeigte sich aber auch in den solistisch vorgetragenen Instrumentalstücken.

Die romanische Emmauskapelle mit ihrer ausgezeichneten Akustik bildete den stimmungsvollen Rahmen für das Konzert des in Wedel bei Hamburg ansässigen Ensembles.

Das Ensemble spielt auf Kopien von italienischen Instrumenten der Spätrenaissance. Zu Beginn des Konzerts gab Hans-Georg Kramer eine Einleitung zu den Instrumenten, dem vom ihm selbst gebauten Virginal nach Dominicus Pisaurensis, Venedig um 1540, sowie der von C. Brosse nach italienischen Originalen um 1600 gebauten Viola da Gamba.

Klangfarben der Orgel

Ihr Können zeigten die beiden eingespielten Musiker, die sich der historischen Aufführungspraxis verschrieben haben, bereits beim ersten Stück, bei dem Ingelore Schubert durch Hans Georg Kramer begleitet wurde, einem um 1600 entstandenen fünfsätzigen Stück eines anonymen Komponisten aus England. Ihr Können an der Orgel zeigte Ingelore Schubert mit fünf Fugen von Johann Pachelbel aus dem „Magnificat sexti toni“.

Eindrucksvoll präsentierte sie mit ihrer Auswahl die unterschiedlichen Klangfarben der Rindt-Orgel. Mit dem Stück „Masque Dances“ für Viola da Gamba und Basso continuo stellten die beiden Künstler die am englischen Hof Elisabeth I. gepflegte Gattung der Maskenspiele vor.

Den zarten und wunderbaren Klangcharakter des Virginal brachte Ingelore Schubert mit dem Wiegenlied „Lullabye“ von William Byrd zum Ausdruck. Die Viola da Gamba als Soloinstrument präsentiere Hans-Georg Kramer mit 3 Stücken aus den „Musicall Humors“ von Tobias Hume (gestorben 1645), Soldat, Viola-da-Gamba-Spieler und schottischer Komponist.

Die historische Rindt-Orgel der Kapelle brachte Ingelore Schubert mit Kompositionen von Johann Kaspar Kerll ein weiteres Mal zum Klingen. Insbesondere das Stück „Capriccio sopra il Cucu“, das den Ruf des Kuckucks nachahmt, demonstrierte den Zuhörern die Klangfülle der bedeutenden historischen Orgel.

Zugabe am Ende

Den Abschluss des Konzerts bildete die fünfsätzige Suite Nr. 4 in e von Matthew Locke (1630 bis 1677) für Viola da Gamba und Basso continuo. Die Zuhörer honorierten das Konzert mit langem und intensivem Beifall, so dass die beiden Musiker das Programm nicht ohne Zugabe beenden konnten.

Das Duo experimentierte dabei mit einem aus Italien stammenden Stück für Diskant-Gambe und Orgel, einer ungewöhnlichen, aber mit der Rindt-Orgel und ihrer historischen Stimmung besonders gelungenen Kombination der beiden Instrumente.(r)

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