Teddyklinik der Marburger Medizinstudenten in Frankenberg

Robbie war zu lange im Wasser

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Die graue Plüschrobbe Robbie hat sich erkältet. Kuscheltier-Papa Finn-Bo hört sein Kuscheltier selbst ab, um sich davon zu überzeugen, dass die Erkältung gar nicht so richtig schlimm ist.Fotos: Kutsch

Frankenberg - Mit einem besonderen Projekt nehmen Marburger Medizinstudenten Kindern die Angst vor einem Krankenhausbesuch: In der Teddyklinik untersuchen die angehenden Ärzte nicht die Kinder, sondern deren Kuscheltiere. Spielerisch lernen die jungen Gäste dabei verschiedene Untersuchungen kennen.

Die Robbe von Finn-Bo ist total erkältet. Der sechsjährige weiß auch genau, was sein Kuscheltier hat: „Robbie war zu lange im Wasser“, erklärt er der Ärztin in der Teddyklinik und streichelt über das graue Fell. Einfühlsam fragt die Medizinstudentin, ob Robbie Allergien hat und erfährt, dass das Kuscheltier keinen Salat und keine Äpfel essen darf.

Geimpft ist das Kuscheltier nicht. Finn-Bo weiß aber genau, dass eine Impfung hilft, nicht krank zu werden. Deswegen bekommt sein Kuscheltier einen kleine Spritze - und natürlich einen Impfpass. Die angehende Ärztin erklärt Finn-Bo genau, was sie macht und warum welche Untersuchungen nötig sind. Dann gibt sie dem jungen Mann ein Rezept für sein Kuscheltier mit und begleitet ihn in die Teddy-Apotheke. Da gibt es Medizin, die gegen die Erkältung von Robbie hilft - und Süßigkeiten für Finn-Bo, der sein krankes Kuscheltier durch die Untersuchungen begleitet hat.

Während Finn-Bo mit seinem kranken Kuscheltier wieder nach Hause gehen kann, wartet auf die Teddy-Ärzte noch viel Arbeit. Der Ansturm auf die Praxis ist groß: Hunderte von Kindern stellen ihre kranken Lieblinge in der Teddyklinik vor. Sie müssen zuerst zur Anmeldung und dort erklären, wie sie heißen, welchen Namen ihr Kuscheltier hat und welche Symptome es hat.

„Die Teddys haben ganz unterschiedliche Krankheiten - meistens das, was die Kinder von sich selbst kennen: Bauchschmerzen oder Halsschmerzen“, erklärt Lena Niehoff vom Team der Marburger Medizinstudenten, die an diesem Tag in der Teddyklinik arbeiten und sie mit viel Aufwand liebevoll vorbereitet haben. „Heute ist aber auch Ebola ein großes Thema“, sagt „Dr. Lena“. Viele Kuscheltiere sind daran erkrankt. Manche haben sich aber auch das Bein gebrochen. Die kommen dann zum Röntgen, wo die Ärzte den Kuscheltier-Eltern erklären, dass sie sich auf einem Röntgenbild nur die Knochen anschauen. „Die Haut und die Muskeln sind dann alle weg und wir können gucken, wo ein Knochen nicht normal aussieht“, erfährt ein junges Mädchen, als sie auf dem Bild schon entdeckt, dass ihr Häschen ein gebrochenes Bein hat.

Mehr lesen Sie am Donnerstag in der gedruckten Ausgabe der Frankenberger Zeitung.

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