Roda: Edeka vor dem Aus

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Wollen ihren Laden schließen: Wenn die Umsätze bis Ostern nicht deutlich besser werden, wird es in Roda keinen Nahversorger mehr geben. Silvia Brötzmann und Hermann Moll sehen für das Geschäft keine Zukunft mehr.

Roda. Hermann Moll spricht mit stockender Stimme. Obwohl der 71-jährige Verständnis hat, dass es für seine Tochter Silvia Brötzmann aus wirtschaftlichen Gründen keinen Sinn macht, den Edeka-Laden in Roda weiterzuführen, bricht ihm die bevorstehende Schließung das Herz.

"Das ist mein Leben“, sagt Hermann Moll. In dem Rosenthaler Stadtteil deutet alles daraufhin, dass der Ort in ein paar Wochen ohne seinen zentral gelegenen Nahversorger auskommen muss. „Die Umsätze sind in den vergangenen Jahren immer schlechter geworden“, sagt Silvia Brötzmann, die das Geschäft nach der Übernahme von ihrem Vater seit dem Jahr 2005 führt. „Bis Ostern werde ich noch weitermachen. Sollte es nicht besser werden, werde ich den Laden zumachen.“

Grund für die sinkenden Umsätze sei vor allem der Ausbau des Edeka-Markts in Ernsthausen. „Obwohl es bei uns wirklich alles gibt, was man zum täglichen Leben braucht, können wir mit der Konkurrenz dort nicht mithalten“, sagt Brötzmann.

Und ihr Vater Hermann Moll, der den Laden 1965 vom damaligen Inhaber Christian Fischer Junior übernommen hatte, ergänzt, dass die Umsätze seit dem Jahr 2007 um etwa 30 Prozent zurückgegangen seien. „Die Entwicklung macht uns schwer zu schaffen“, so Moll. Hinzu kommt: Die Stromkosten, die aufgrund der alten Kühlgeräte im Laden extrem angestiegen sind, reißen ein tiefes Loch in die Bilanz.

Silvia Brötzmann verrät, dass Edeka kaum noch Interesse daran habe, in solch kleine Läden wie in Roda zu investieren. „Wir haben eine Größe von knapp 240 Quadratmeter. Ein Mitarbeiter der Supermarktkette sagte uns, wir sollten besser schließen. Finanzielle Hilfe könnten wir jedenfalls nicht erwarten.“

Von Philipp Daum

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Quelle: HNA

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