Röddenauer ärgern sich über Ratten im Goldbach

Würden gerne mehr vom Goldbach sehen: Louisa und Noel Finger. Foto:  zhm

Röddenau. „Der Goldbach ist ein Schandbild für Röddenau geworden", sagen Anwohner.

Früher sei der Bach, der durch den Frankenberger Stadtteil fließt, ein schöner Bachlauf mit Enten und Libellen gewesen, heute sei er verdreckt, zugewachsen und Ratten würden sich im Gestrüpp vermehren.

Ortsvorsteher Heinz-Willi Röse sieht keine Rattenplage, und die Stadt hat auch irgendwie eine plausible Erklärung, warum der Goldbach derzeit an vielen Stellen zugewachsen ist. Schön ist das Ganze aber nicht für die Anwohner.

„Der Goldbach wächst nach der Renaturierung jedes Jahr zu“, teilen die Stadt Frankenberg und Ortsvorsteher Heinz-Willi Röse auf HNA-Nachfrage mit. Röse weist darauf hin, dass diese Renaturierungsmaßnahme in der Dorferneuerung seinerzeit von der Dorfgemeinschaft favorisiert worden sei. „Vielleicht hat man damals nicht bedacht, was da dranhängt“, sagt Röse.

Zuständig für die Pflege des Baches ist der Betriebshof, die Anwohner haben damit nichts zu tun, informiert die Stadt. Der Betriebshof schneide ein Mal im Jahr den Bewuchs frei. „Aus naturschutzrechtlichen Gründen darf diese Pflegemaßnahme erst ab September durchgeführt werden“, sagt Stadt-Sprecher Wolfgang Danzeglocke. „Es gab schon mal eine Anzeige, weil die Stadt zur falschen Zeit im Goldbach gemäht hat“, erinnert sich Ortsvorsteher Röse.

Da der Goldbach im Sommer meistens nur ein Rinnsal sei, könnten die Pflanzen über den Sommer gut wachsen. Gräser und Gestrüpp hängen mittlerweile schon über das Bachgeländer, ärgern sich Anwohner. „Goldbach, wo bist Du?“, fragen sie auf Plakaten. Hinzu kämen Gestank, Dreck, Ungeziefer und eben Ratten. Einige der Tiere seien auch schon im Bereich des Dorfplatzes und im Muschelweg gesehen worden, wo Kinder spielen. Es komme häufiger dazu, dass Ratten in Häuser und Ställe eindringen, berichten Anwohner der HNA, und Christiane Bötzel zeigt eine tote Ratte, die sie mit einer Schippe aus dem Bach gefischt hat.

„Die Ratten kommen aus der Kanalisation“, sagt Wolfgang Danzeglocke. Dem Betriebshof, dem Ordnungsamt und dem für die Rattenbekämpfung zuständigen Abwasserwerk seien diese Umstände bekannt, die sich mehr oder weniger jedes Jahr wiederholten. „Das Abwasserwerk wird - wie in den vergangenen Jahren - Giftköder für die Ratten in den Kanalisationsrohren auslegen und den Erfolg in den kommenden Wochen kontrollieren“, verspricht die Stadt. „Im Goldbach selbst dürfen aus naturschutzrechtlichen Gründen keine Köder ausgelegt werden.“

Wolfgang Danzeglocke und Ortsvorsteher Heinz-Willi Röse weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es im oberen Bereich des Goldbachs in Richtung Grillhütte und Tennisplätze Bisamratten gebe. Diese dürften aus naturschutzrechtlichen Gründen nicht gejagt oder mit Giftködern bekämpft werden.

Quelle: HNA

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