Röddenauer Bürgerinitiative „Rettet die Bachwiesen“ zeigt sich kompromissbereit

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Erfahrung mit Überschwemmungen: Anlieger und Landwirte wie das Ehepaar Heinz-Willi und Sigrid Bornscheuer demonstrierten, wie die Bachwiesen bei Hochwasser aussehen können. Foto: zve

Röddenau. Die Röddenauer Bürgerinitiative „Rettet die Bachwiesen“ hat seit dem Wochenende weitere Unterstützung erhalten: Inzwischen haben sich mehr als 300 Bürger mit ihrer Unterschrift gegen die Bauleitplanung in ihrer jetzigen Form ausgesprochen.

Dabei ist es den Sprechern jedoch wichtig zu betonen, dass die Bürgerinitiative nicht das Ziel habe, das Baugebiet generell zu verhindern. „Wir wenden uns aber gegen das Ausmaß des Projekts und die damit einher gehende Zerstörung an der Natur, Beeinträchtigung von Menschen und den Verfall des Ortskerns“, betonten sie am Mittwoch in einer Pressemitteilung.

„Die Zuspitzung auf einen Entweder-oder-Konflikt ist unseres Erachtens unnötig. Es gilt, die Interessen der Bauwilligen, der Eigentümer der Wiesen und der alteingesessenen Bevölkerung in Einklang zu bringen“, erklärt die BI-Sprechergruppe Thomas Baumann, Heinz-Willi Bornscheuer, Tanja und Marco Gaydos sowie Monika Güttinger.

Stattdessen wird eine Kompromisslösung vorgeschlagen: Verkleinerung des Baugebietes, Erhalt eines Teils der Wiesen für Mensch und Natur, außerdem Verzicht auf den Ausbau der Kastanienallee und des Mittelweges westlich des Baugebietes, um eine Verschärfung der Verkehrsproblematik im Muschelweg und die Entwicklung des Mittelwegs zur Rennstrecke zu verhindern.

„In Bezug auf die geplante Straßenbreite möchten wir darauf hinweisen, dass in den ausgelegten Unterlagen (Planungsbüro) von einer Gesamtbreite von 8,5 m die Rede ist“, schreibt die Bürgerinitiative. Wichtig sei ihr auch, „nochmals auf die Nässe der Bachwiesen durch mangelnde Versickerung und auf die regelmäßige Überflutung der Wiesen durch den Goldbach hinzuweisen“.

Als besonders brisant erscheint den Gegnern des Baugebiets Bachwiesen ein Auszug aus der Begründung des Bebauungsplans, wo es zum Thema Niederschlag heiße: „Anzumerken ist an dieser Stelle, dass aus Gründen des hoch anstehenden Grundwassers eine Versickerung im Plangebiet voraussichtlich nicht möglich ist.“

Daraus schließt die Bürgerinitiative nun, dass der Goldbach nicht eingefasst werden soll.

„Wie soll also der Hochwasserschutz für das geplante Baugebiet gewährleistet werden, wie hoch werden die Kosten voraussichtlich sein und wer trägt diese Kosten?“ fragt die Röddenauer Bürgerinitiative. (zve)

Quelle: HNA

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